Diskussionen über und Kritik an Jan Böhmermanns Erdoğan-Gedicht gehören in die Feuilletons des Landes und nicht in einen Mainzer Gerichtssaal. Kunst kann nicht in einem Klima stattfinden, in dem sich Künstlerinnen und Künstler Gedanken darüber machen müssen, ob ihr Schaffen zur Strafanzeige führt, in dem sie beginnen, sich selber zu zensieren, oder zensiert zu werden. Es ist Aufgabe von Kunst und Satire, gesellschaftliche Grenzen immer wieder neu auszuloten und öffentliche Diskurse zu entfachen. Wir solidarisieren uns mit Jan Böhmermann und fordern die Staatsanwaltschaft Mainz auf, unverzüglich ihre Ermittlungen einzustellen. Außerdem fordern wir, dass der unzeitgemäße Paragraf 103 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen wird.

Marco Albrecht, Sacha Batthyany, Micky Beisenherz, Sibylle Berg, Bettina Böttinger, Matthias Brandt, Christian Brey, Margerita Broich, Jutta Ditfurth, Thea Dorn, Karen Duve, Sieglinde Geisel, Kerstin Gleba, Marco Goecke, Simon Gosejohann, Tino Hanekamp, Helene Hegemann, Klaas Heufer- Umlauf, Tom Hillenbrand, Alwara Höfels, Hermine Huntgeburth, Carolin Kebekus, Vincent Klink, Hilmar Klute, Jan Koneffke, Isabel Kreitz, Tim Krohn, Richard Kruspe, Shermin Langhoff, Igor Levit, Jan Josef Liefers, Peter Lohmeyer, Flake Lorenz, Helge Malchow, Oliver Masucci, Beatrice Meier, Kat Menschik, Claudia Michelsen, Michael Mittermeier, Manuel Möglich, Nagel, Alexander Nitzberg, Rainer Osnowski, Mira Partecke, Monika Peetz, Katja Riemann, Oskar Roehler, Nesrin Samdereli, Rocko Schamoni, Marie-Luise Schmidt, Wolfgang Schorlau, Daniel Schreiber, Frank Schulz, Sebastian Schwab, Tristan Seith, Dirk Stermann, Cordula Stratmann, Jens Thomas, Thees Uhlmann, Christian Ulmen, Yanis Varoufakis, Rainer von Vielen, Laurenz Wannenmacher, Peter Wawerzinek, Jan Weiler, Lavinia Wilson, Joko Winterscheidt, Beate Wolgast, August Zirner