Das Kleid von Frida Kahlo in Mexico City, der Grabstein von Sylvia Plath in Yorkshire, die Schreibmaschine von Hermann Hesse im schweizerischen Montagnola – Patti Smith unternimmt wahre Pilgerreisen an Orte, um Menschen nahezukommen, die ihr viel bedeuten. Die mittlerweile weltberühmte Musikerin, Schriftstellerin und Künstlerin wird schon seit 1978 – damals war Patti Smith gerade einmal 22 Jahre alt – von der Robert Miller Gallery in New York vertreten. Bis 16. April sind dort nun ihre kleinen Schwarz-Weiß-Fotografien zu sehen, die alle von einem Schleier der Melancholie durchzogen sind – Krankheit und Tod spielen eine große Rolle, wenn sie Medizinflaschen, Krücken oder Friedhofsskulpturen als Motiv wählt.

Besonders gefällt mir ein digitaler Tintenstrahldruck, 25 mal 20 Zentimeter groß. In einer Auflage von fünf Exemplaren kostet er mit Rahmen 1.250 Dollar. Das Bild sieht aus wie zufällig aufgenommen. Am unteren Rand ist das Doppelbildnis von Albert Einstein und seiner Frau Mileva Marić angeschnitten. Umso mehr Raum nehmen die blassen Ranken der Tapete ein. Vielleicht ist es übertrieben, darin Ideen zu sehen, die weit über ein einziges Leben hinauswachsen können, aber die Vorstellung gefällt mir.

Lisa Zeitz ist Chefredakteurin von "Weltkunst" und "Kunst und Auktionen"