Hamburg ist die schönste Stadt der Welt, sagen Hamburger, und entweder sie haben noch nie was anderes gesehen, oder sie sind blind vor Liebe, denn das Problem ist ja eben nicht, dass es in Hamburg ständig regnen würde, damit wäre umzugehen, das wäre zu kalkulieren, nein, in Hamburg ist Regen vielmehr wie Terror, man weiß nie genau, ob er zuschlägt und wann und wo, und vor allem nicht, wie, ob es gleich tröpfelt, es nieselt, es platscht, ob es bald gießt, pisst, sprüht, ob es spritzt oder seucht, der Regen kommt überfallartig und in fünftausend Arten, ohne jede Gesetzmäßigkeit, als säße dort oben ein Sadist, der genussvoll registriert, wenn wir uns gerade zu freuen beginnen über drei Sonnenstrahlen und dann, mitten in unser Aufatmen hinein, Wasser durch die Wolken fallen lässt, wo es sich verästelt und spreizt und sich mit den Jahren wie ein feuchter Teppich über unsere Sehnsüchte legt, bis nur noch eine leise Ahnung davon bleibt, dass es eine andere Welt gibt, eine bessere, Süddeutschland.