Als ich bei der Schacholympiade 1964 in Tel Aviv in der allerletzten und entscheidenden Partie des Turniers um die Bronzemedaille gegen den Ungarn Levente Lengyel nach sieben Stunden Kampf ein Käsebrot bestellte, sagte mein Mannschaftskollege Lothar Schmid hinterher: "Als ich Helmut voller Appetit ins Käsebrot beißen sah, wusste ich, dass er gewinnen wird." Daran musste ich denken, als mir der ZEIT-Leser und Agrarwissenschaftler Emil Oswald von der Kasseler Käseschachweltmeisterschaft berichtete, nicht ohne selbstironisch hinzuzufügen, dass bei seiner Spielweise die Käsemetaphorik naheläge. "Mit 24 habe ich einen IQ-Test gemacht und beim räumlichen Vorstellungsvermögen den Idiotenstatus ergattert: 68 Punkte. Da hab ich mir gedacht, da musst du was gegen tun, und habe Schach gelernt."

Und da er auf dem Kasseler Weihnachtsmarkt die Käsehütte betreibt, war irgendwann die Idee besagter Käse-WM geboren.

So spielten denn letztes Jahr rund um die Käsehütte Schachfreunde aller Couleur ihre ureigene Weltmeisterschaft aus. Wenn auch möglicherweise leicht frierend, so doch inspiriert von Käsedüften und -preisen.

Im Finale konnte schließlich Uwe Kersten als Weißer genüsslich diese Stellung betrachten, in der sein Gegner ziemlich in den Seilen hing und verschiedene Wege zum 1. Preis, einem Schweizer Raclettekäse im Wert von 150 Euro, führten. Doch wie ging’s am schnellsten und schönsten?

Lösung aus Nr. 17:

Mit welchem "stillen Knaller" gewann Schwarz sofort? Nach 1...Lc2!! gab Weiß schon auf, weil er die Mattdrohung auf b1 parieren muss und Schwarz nach 2...exd5 eine Figur mehr behält, weil der Läufer c2 auch den Springer f5 deckt