Am Wochenende war Marathon. Da möchte man doch meinen, dass in einer Stadt, in der so viele Menschen so viele Kilometer rennen, auch generell sehr viele Menschen sehr viel laufen – dass die Stadt also sehr sportlich ist.

Weit gefehlt. Wie eine Studie der Techniker Krankenkasse zeigte, gehören die Hamburger zu den faulsten Deutschen. Die Hälfte von ihnen liegt abends lieber auf dem Sofa, als rauszugehen und Sport zu treiben. Das hat zum einen eine entlastende Wirkung. Man stelle sich vor, was passierte, wenn noch mehr Menschen radelnd und schnaufend an die Alster strömten. Kilometerlange Staus auf den Gehwegen.

Dennoch fragt man sich leicht beunruhigt, woran es liegen könnte, dass ausgerechnet die Hamburger, diese protestantischen Arbeitsethiker, so faul sind.

Liegt es am Fernsehprogramm, das so besonders ist? Der NDR ist zwar in Sachen Panama Papers vorne mit dabei, aber sonst? Wohl kaum.

Liegt es am Sofa, das so gemütlich ist wie nirgends sonst? Kann auch nicht sein, Ikea gibt es überall. Und spezielle norddeutsche Chips, wegen derer man nicht von der Couch hochkäme, sind nicht bekannt.

Es kann also nur eine Erklärung geben:

Es liegt an den hohen Mieten. Da der Hamburger den Großteil seines Geldes für die Wohnung bezahlt, wäre er verrückt, ständig zum Joggen rauszugehen, wenn er endlich mal ungestört in ihr leben kann!