So ist das, wenn in einem europäischen Land die politische Mitte implodiert: Kaum ist der erste Schock vorüber, wird die Beruhigungsmaschine angeworfen. Ach, die Österreicher wieder mal. Sind halt etwas kippelig auf der rechten Seite. Überhaupt sind sie sehr speziell, die Ösis – mit ihren ewigen großen Koalitionen, der Klientelwirtschaft und ihrer fast schon wieder charmanten Geschichtsvergessenheit.
Schon trudeln Ratschläge zur Schadensbegrenzung ein: Jetzt müssten sich halt "alle demokratischen Kräfte" (Sigmar Gabriel) zusammenraufen, und die etablierten Parteien müssten nur "ordentlich arbeiten", dann werde der freundlich lächelnde, aber stramm rechte Norbert Hofer von den "Freiheitlichen" die Stichwahl in einem Monat verlieren und nicht als Bundespräsident in die Wiener Hofburg einziehen.