Der Wolf, dies märchenhafte Wesen, ist ein Beutegreifer und gehört zur Ordnung der Raubtiere aus der Familie der Hunde. Das niedersächsische Umweltministerium, diese alltagsgraue Behörde, ist ein Maßnahmenverkünder und gehört zur Ordnung der Schamlosen aus der Familie der Begriffsvermummer. Zuerst ließ das Ministerium den Wolf Kurti – ein wenig raubtierhaftes Raubtier, das sich hundegleich statt beutegreifend Menschenfamilien zu nähern pflegte – abknallen. Dann tat es kund: "Der besenderte Wolf aus dem Munsteraner Rudel (MT6) ... wurde im Rahmen einer Maßnahme zur Gefahrenabwehr letal entnommen." Letal entnommen? Wir vermuten mal, dass im Rahmen dieser Formulierung dem Hirn des Formulierers ein ähnliches Schicksal widerfuhr.

Schaltet man kurz seine eigenen Hirnströme ab, fallen einem weitere Begriffsvermummungen ein, mit denen man es im Umweltministerium zu Hannover weit bringen kann. Etwa "zeigte sich der besenderte Wolf unempfänglich für das Leben", "war der besenderte Wolf plötzlich heimgegangen" oder auch: "präsentierte sich der besenderte Wolf unbesiedelt von vitalen Interessen". Und was lernen wir daraus? Die Sprache ist der Wahrheit Wolf.