Nannen-Preis, 550 Gäste im Curio-Haus. Roter Teppich, Prominenz aus Film (Hannah Herzsprung, Sebastian Koch), Politik (Frank-Walter Steinmeier, Olaf Scholz), Journalismus (praktisch alle). Bemerkenswert die Fraktion der Giganten, das ist jetzt vor allem auf die Körpergröße bezogen: Andreas Petzold (stern-Herausgeber), Klaus Brinkbäumer (Spiegel-Chefredakteur), Georg Mascolo (Leiter des Rechercheverbunds von NDR, WDR und SZ) – alles Männer, bei denen man im Kino denkt, nee, also wenn der sich jetzt vor mich setzt, dann ist die Sache gelaufen.

Tolle Reporter, tolle Fotos, tolle Texte – auch das ZEITmagazin bekommt zwei Trophäen: Wolfgang Bauer für eine Reportage aus Nigeria und der Fotograf Arne Svenson für eine Bilderserie aus New York.

Dann: Catering. Es gibt crunchy Süßkartoffeln und Roastbeef auf Graubrot. Beide Snacks sehen aus wie Requisiten aus einer Gullivers Reisen-Verfilmung. Wie haben sie bloß die Kartoffeln auf die Größe eines Daumennagels geschrumpft? Und ist das arbeitsrechtlich überhaupt gestattet: Menschen dazu zu bringen, Teigwaren auf Briefmarkengröße zu schneiden?

Die Deko: Glasvasen im Stil eines Cognacschwenkers. Darin: Lilien und Chilischoten. Wie soll man sich das erklären? Therapeut: "Sie müssen raus aus der Komfortzone. Nur mit Tulpen wird das nicht gehen." Florist: "Ich weiß!" (schluchz)

An den Buffets stehen außerdem hüfthohe Glasamphoren, gefüllt mit Wasser. Darin schwimmen Paprika. Ganze Paprika. Wird das ein Trend? Als Mitbringsel ein schöner Gemüsestrauß, irgendwas mit Brokkoli und Spargel, "Soja können Sie weglassen, das wirkt sonst so kokett".

Fazit: Der journalistische Höhenkamm ist, designtechnisch gesehen, Ödland. Und die Kollegen von Schöner Wohnen waren auch nicht da.

Wer da war: Dietmar Bär, Cherno Jobatey, Christian Krug, Marietta Slomka