Ein Lebenszeichen – die Sportstadt Hamburg, es gibt sie noch! Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Stadt einen so genannten Masterplan erarbeitet hat, der Active City heißt. Es geht darin um die Zukunft des Sports in der Stadt und darum, welche Projekte aus der Olympia-Bewerbung auch ohne Bewerbung für die Spiele umsetzbar sind. Fünf Monate nach der Abstimmungsniederlage geht der Blick erstmals nach vorne. Kein weiteres Grämen: Was hätten wir alles Schönes tun können für den Sport in dieser Stadt. Sondern: Was können wir machen, auch wenn wir jetzt weniger Mittel haben und keinen großen Olympia-Masterplan entwickeln?

Das ist eine gute Entscheidung. Lamentieren bringt niemandem etwas, die Bürger werden sich die Sache mit Olympia nicht noch einmal anders überlegen. Mit der Sportstadt Hamburg muss es trotzdem weitergehen. Auch ohne die Chance auf Spiele in der Stadt.

Den Masterplan erarbeitete das Büro Albert Speer und Partner, das für mögliche Olympische Spiele auch mit der Stadt zusammengearbeitet hätte. Es empfiehlt, von den ursprünglich 900 geplanten Projekten 150 zu realisieren. Kosten: 40 bis 50 Millionen Euro.Das Tennisstadion am Rotherbaum soll abgerissen werden, dafür soll ein kleineres entstehen, mit neuen Hockeyplätzen nebenan. In Stellingen steht die Radrennbahn vor einer Erneuerung, die Alster-Schwimmhalle soll ein besseres 50-Meter-Becken erhalten, es soll mehr barrierefreie Hallen geben, und die Anzahl der Fitnessgeräte in der Stadt soll sich erhöhen – inklusive professioneller Trainer, die Bürger an den Geräten schulen.

Auf den ersten Blick könnte man meinen: Alles ziemlich zusammengewürfelt, keine große Idee, die diese Projekte verbindet. Doch der erste Blick täuscht. Dieser Masterplan ist in seiner Grundaussage wirklich ein Masterplan – und zwar einer, der nicht allen in der Stadt gefallen wird.

Den Leitgedanken verfolgt der neue Sportsenator Andy Grote seit seinem Amtsantritt konsequent: Für ihn war die Olympia-Blamage ein Zeichen. Dafür, dass die Bürger dieser Stadt keine hochfliegenden Pläne wollen. Dass Sport für sie vor allem ihr Sport ist – also Breitensport. Olympia? Spitzensport? Stehen nicht mehr im Fokus. Es geht um Integration, die Sportvereine leisten können. Es geht eben mehr um Fitnessgeräte in Parks als um den kommenden Olympiasieger im Rudern. Das ist das neue Gesicht der Sportstadt Hamburg.