Mit der Londoner U-Bahn, diesem Lebensnerv der Stadt, ist es vertrackt: Sie hatte immer Millionen von Fans, ihr Streckenplan ist ein Stück Pop-Geschichte. Jetzt gibt es immer mehr Menschen, die sie nur noch hassen. Auch der Londoner Künstler Stephen Rose (geb. 1961) beobachtet grimmig Veränderungen im Alltag und im Charakter der Stadt, die ausschließlich kommerziell getrieben sind. Denn mit der überforderten Infrastruktur der Metropole – Beispiel tube – gehen hysterische Transaktionen auf dem Häusermarkt einher. "Die Investitionen vertreiben sowohl Einwohner wie auch kleine Geschäfte", schreibt Rose.

Jetzt greift er dieses Thema satirisch-liebevoll in Öl auf. Zwischen Circle Line und Central Line klinkt er Figuren der Commedia dell’Arte ein. Lustig, wie die Arlecchini in ihren Rautenkostümen tanzen, denkt der Betrachter. Bis er feststellt, dass die Hampelmänner hilflos herumzappeln: An der Schnur hängt eine Pfundmünze, bewegt wird alles dank money money money.

"Ich benutze die tube so selten wie irgend möglich", so Rose. Wer auf London Transport angewiesen ist, dem werden die Hampelmänner ironische Distanz vermitteln. Die Ausstellung in der Berliner Galerie Mommsenstraße 35 ist bis Ende Mai zu sehen.

"London Underground", 56 x 51 Zentimeter, 3.500 Euro. www.stephenrose.co.uk