Klar klingt es erst mal ernüchternd, was die Sinus-Jugendstudie da herausgefunden hat, nämlich dass die jungen Leute von heute am liebsten zum Mainstream gehören wollen und nicht zu irgendwelchen radikalen Subkulturen und dass viele 14- bis 17-Jährige den schlichten Wunsch in ihrem Herzen tragen, so zu sein "wie alle", weil sie sich nach Geborgenheit und Halt sehnen, aber da müssen wir jetzt gar nicht sentimental werden und den Zeiten hinterhertrauern, als in jedem Klassenraum irgendwo in den Tisch geritzt stand "BRD, Bullenstaat, wir haben dich zum Kotzen satt!", sondern wir können uns an Simone de Beauvoir erinnern, die schrieb, "am Rande der Welt situiert zu sein" sei "keine günstige Ausgangslage für einen, der vorhat, die Welt neu zu erschaffen", und vielleicht sind diejenigen, die sich selbst als Avantgarde beschreiben, sowieso selten die wirklichen Rebellen, und wenn wir uns dann noch erinnern, dass Revolutionen eh nie von 14-Jährigen ausgegangen sind, ist doch eigentlich alles gut