Wie wird man Wirtschaftsprüfer?

Ungefähr 75 Prozent aller Wirtschaftsprüfer haben BWL oder VWL studiert, häufig haben sie schon im Studium einen Schwerpunkt auf Rechnungslegung oder Wirtschaftsprüfung gelegt oder sich mit Recht, Controlling und Steuern beschäftigt. Jährlich werden deutschlandweit knapp 10.000 neue Prüfer eingestellt.

Und wie wird man Berater?

Große Beratungsfirmen bieten regelmäßig Seminare an, um potenzielle Mitarbeiter kennenzulernen. Um wirklich bei einer Beratung zu landen, müssen Bewerber meist komplexe Auswahlverfahren mit Tests, Präsentationen und Fallstudien durchlaufen. Sehr gute Noten und Englischkenntnisse helfen ebenso wie Arbeitserfahrung im Ausland. Aktuell ist die Nachfrage nach Naturwissenschaftlern und Informatikern groß.

Haben Quereinsteiger eine Chance?

Ja, besonders bei Unternehmensberatungen. Was man studiert hat, ist nicht unbedingt entscheidend, auch wenn viele Berater aus Wirtschaftsstudiengängen kommen oder Juristen sind. Bei BCG sind ungefähr die Hälfte der Berater keine Betriebswirte, bei Roland Berger haben um die 40 Prozent einen ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Abschluss. Manchmal stellen die Beratungen auch Geisteswissenschaftler ein. Bei Wirtschaftsprüfungen kommen Quereinsteiger vor allem aus der Finanzbranche.

Was machen Wirtschaftsprüfer und Berater eigentlich genau?

Unternehmensberater beraten Unternehmen, klar. Meistens werden sie gerufen, um mit einem Blick von außen die Abläufe innerhalb von Konzernen effizienter zu machen. Übersetzt bedeutet das häufig: den Unternehmenschefs zu sagen, wo gespart, also gefeuert werden kann. Wirtschaftsprüfer kontrollieren und durchleuchten die Finanzen von Unternehmen. Sie beraten diese auch, zum Beispiel in Steuerfragen. Überhaupt haben sich die Tätigkeitsbereiche von Wirtschaftsprüfern und Unternehmensberatungen immer weiter angenähert, viele Firmen bieten beides an.

Viel Geld – und dafür viel Arbeit?

Im Durchschnitt liegt das Einstiegsgehalt in Beratungen bei rund 44.000 Euro, die Schwankungen sind allerdings enorm. Wie fast überall gilt: Je größer der Arbeitgeber, desto besser das Gehalt. Auch wichtig: Aufsteigen kann man schnell, so kommt es auch innerhalb weniger Jahre zu Gehaltssprüngen. Natürlich muss man dafür was tun. 60 oder auch mal 90 Stunden Arbeit die Woche kommen ebenso vor wie viele Übernachtungen in Hotels. Bei Wirtschaftsprüfern gibt es rund um die Erstellung des Jahresabschlusses der Klienten einen klaren Schwerpunkt: In der Zeit von Oktober bis April ist die Arbeitsintensität deutlich höher als in den Sommermonaten.

Viele gehen nach wenigen Jahren schon wieder. Wieso?

Viel Druck, wenig Freizeit. Die Anforderungen an Unternehmensberater und Wirtschaftsprüfer sind hoch. Gerade in den Beratungen wechseln viele nach ein paar Jahren die Branche – zum Beispiel zu einem ehemaligen Kunden, den man beraten hat. Ein weiterer Grund für den Ausstieg: die regelmäßigen Bewertungen, die über den Auf- oder Ausstieg entscheiden. Im Beratersprech heißt das: up or out.