Neunhundertfünfzehn Millionen Möglichkeiten gibt es laut Lego, sechs klassische Steine mit acht Noppen zusammenzubauen. Wie viele Arten gibt es, ein Dutzend Lokalprominenter zu einem ansatzweise glamourösen Partyensemble zu verknüpfen? Vermutlich sind sie überschaubar.

Entsprechend stark ist die Déjà-vu-Empfindung bei der Vorabbesichtigung der Lego-Ausstellung, HafenCity, Shanghai-Allee.

Ingeborg zu Schleswig-Holstein ist da; man wüsste gern, was sie, die Künstlerin und einstige Warhol-Mitarbeiterin, davon hält, dass hier Munchs Schrei mit 3.391 Steinchen zusammengebastelt wurde (die Figur sieht aus wie ein Affe, der den Zuschauer anfeixt). Aber man verliert sie schnell aus den Augen. Hat sie absichtlich ein schwarzes Kleid gewählt, um im schummrigen Ambiente besser abtauchen zu können?

Das Catering besteht aus Pasteten, serviert auf Knäckebrot. Wenn die Leute zubeißen, klingt es, als zerträte jemand ein kleines Legomodell. Gefühl der Beklommenheit.

Nova Meierhenrich erklärt, sie fahre jedes Jahr ins Legoland. "But why, meine Liebe?", möchte man fragen, aber da taucht Franziska Knuppe auf. "Wir hatten in der DDR kein Lego, nur Sachen aus Holz", sagt sie bekümmert, und eigentlich würde man sie jetzt aufklären, dass das kein Verlust, sondern politisch-korrektes Spielen avant la lettre war. Doch man muss weiter.

Marie Amière ist gekommen. Dunkler Jumpsuit mit weißen Streifen (so sehen die Fotografen, wo ihre Garderobe aufhört und die schwarzen Stellwände anfangen). Für die Presse schmiegt sie sich an ein Tyrannosaurus-Skelett (80.000 Steine), auch Udo Lindenberg (7.831 Steine) kriegt ein Küsschen. Ja, die Helden der Kreidezeit. Auf sie kann man bauen.

Wer da war: Petra van Bremen, Jo Groebel, Johannes B. Kerner, Joja Wendt