Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild. © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Esoterische Lehren sagen: Wir schlafen besser, wenn wir unser Bett in die korrekte Himmelsrichtung ausrichten. Welche das ist, da sind sie sich allerdings nicht einig. Laut alten indischen Lehren sollte der Kopf nach Süden oder Osten zeigen. Glaubt man an das chinesische Feng Shui, dann wird die optimale Richtung auf komplizierte Weise aus dem Geburtsjahr berechnet, auch das Geschlecht spielt dabei eine Rolle.

Wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema gibt es kaum. 1987 widmete sich Gerhard Ruhenstroth-Bauer vom Max-Planck-Institut für Biochemie dem Thema. Der Biochemiker wurde in dieser Kolumne schon mit seiner Theorie für das Sauerwerden von Milch bei Gewitter zitiert. Für das Schlafexperiment ließ er acht Probanden jeweils acht Nächte im Labor schlafen, die Betten wurden dabei zufällig in Ost-West- oder Nord-Süd-Richtung positioniert.

Ein einziger von 20 Schlaf-Parametern wies einen statistisch signifikanten Unterschied auf. Bei Ost-West-Ausrichtung trat die REM-Phase ein paar Minuten früher ein als bei Nord-Süd-Ausrichtung. Sehr beeindruckend ist das nicht: Nach dem üblichen Signifikanz-Begriff ist es nämlich statistisch zu erwarten, dass sich bei einer von 20 Größen ein solcher Unterschied ergibt, auch wenn die Schlafposition überhaupt nichts mit der Schlafqualität zu tun hat.

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