Es war bitter für Russland. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten dessen Schachspieler (teils noch als Teil der Sowjetunion) eine nahezu uneingeschränkte Hegemonie in der Schachwelt ausgeübt. Doch dann verlor ihr Weltmeister Wladimir Kramnik seinen Titel 2008 in der Bundeskunsthalle Bonn gegen den Inder Viswanathan Anand. Russland wurde bei Schacholympiaden allein dreimal vom kleinen Armenien gedemütigt, kein Mensch konnte den Niedergang wirklich erklären.

Und so bot man 2009 dem damals 19-jährigen Sergei Karjakin aus der Ukraine, der dort unzufrieden war, weit bessere Bedingungen bei Mütterchen Russland an – als Begrüßungsgeschenk gab es ein Haus an Moskaus Stadtrand. Schließlich war Karjakin mit 12 Jahren der bis heute jüngste Großmeister aller Zeiten, der norwegische Weltmeister Magnus Carlsen schaffte dies erst mit 13.

Als Karjakin jetzt das Kandidatenturnier in Moskau durch ein herrliches Turmopfer in der letzten Partie gegen seinen unmittelbaren Rivalen Fabiano Caruana (USA) gewonnen hatte und damit Herausforderer des zehn Monate jüngeren Carlsen beim WM-Kampf im November in New York geworden war, brach Jubel aus. Natürlich lastet großer Druck auf ihm, aber Karjakin sagt dazu: "Je höher die Erwartungen, desto besser werde ich!"

Der Amerikaner Hikaru Nakamura hatte gegen ihn eine Figur geopfert und dachte nun, diese mit dem Damenschach zurückzugewinnen. Doch wie wies Karjakin ein Loch in dessen Kombination nach?

Lösung Nr. 21:

Wie gewann Schwarz am Zug?

Nach 1...exf3! 2.Txe7 Txe7 3.Txe7 f2! stand der Freibauer "ante portas". Da 4.Ld3 Lxe7 hoffnungslos war, versuchte Weiß noch 4.Txf7 f1D 5.Sg6+ Kg8 6.Txf6 (6.Lb3 Lxg3+! 7.Kxg3 Se4+ 8.Kh2 g3+ 9.Kh3 Dh1 matt) Lc5! mit undeckbarem Matt