Die erste Tat des gerade gekrönten 17-Jährigen war der Friedensschluss in einem desaströsen Krieg, der seinen Vater das Leben gekostet hatte. Er beendete Grabenkämpfe am Hof, berief ein Kollegium von Rechts- und Finanzexperten und befolgte deren Ratschläge so genau, dass die Nachrede aufkam, er regiere nicht selbst, sondern sei eine Marionette. Mit zwei großen Reformprojekten, die über seine Zeit hinauswiesen, modernisierte er sein Reich. Gegen den Widerstand von Adel und Klerus setzte er ein einheitliches Recht durch und festigte damit die Zentralgewalt. Er stärkte das prosperierende Bürgertum und unterwarf bisher befreite Stände der Besteuerung.

Durch eine politische Heirat, begrenzte Kriege und geschickte Annexionen machte er sein Reich zur Großmacht, verschärfte aber auch einen Konflikt, der sich zum längsten Krieg der Geschichte auswuchs. Diese expansive Politik leerte die Kassen, deshalb erhöhte er Steuern und Abgaben und verschlechterte den Münzfuß, was ihm den Ruf eines Falschmünzers einbrachte. Er wies 100.000 Juden aus und kassierte ihre Vermögen, zerschlug mit geringem Gewinn eine mächtige Gemeinschaft, die im Ruf stand, unermesslich reich zu sein, und enteignete die Lombarden, die den Geldverkehr beherrschten.

Schließlich hatte der König aus Eisen, Inbegriff von Größe und Majestät, sämtliche gesellschaftlichen Gruppen zu Gegnern, auch die Kirche, deren Oberhaupt er ins Exil zwang.

Der schöne Mann stürzte bei der Jagd vom Pferd und starb an den Hirnverletzungen. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 22:

Torsten Sträter, geb. 1966, hat Herrenschneider gelernt und arbeitete 12 Jahre lang in einer Spedition. 2004 begann er zu schreiben, trat bei Poetry-Slams auf. Man kennt den "Stand-up-and- sit-down-Lese-Comedy-Kabarettisten" aus Extra3 und Nuhr im Ersten