Das große Buch der Schachweltmeisterschaften (Verlag New in Chess) des bekannten Schachjournalisten André Schulz ist in vieler Hinsicht etwas Besonderes. Zum einen umfasst es alle offiziellen Titelkämpfe von Steinitz gegen Zukertort 1886 bis zu Carlsen gegen Anand 2014, zum anderen bringt es uns viele Begebenheiten jenseits des Schachbretts und die Protagonisten als Menschen mit ihren Schwächen und Eigenarten näher.

So wusste ich nicht, dass der 1937 geborene Boris Spasski (trotz schwerer Behinderung nach zwei Schlaganfällen immer noch voll feinen Humors) 1943 dem Hungertod sehr nahe kam und mit acht Jahren auf den Kirow-Inseln vor Leningrad einen Schachpavillon mit verglasten Schachtischen entdeckte, die ihn verzauberten. Er gab täglich 15 Kopeken Fahrgeld aus, um barfuß (Schuhe hatte er nicht) dorthin zu gelangen und den Erwachsenen beim Spielen zuzuschauen. Schnell machte er große Fortschritte und konnte schon als Elfjähriger mit seinem monatlichen Stipendium von 120 Rubel wesentlich zum Lebensunterhalt der vaterlosen Familie beitragen.

Schließlich besiegte er 1969 den wegen seiner sicheren Spielweise "Eiserner Torwart" genannten Armenier Tigran Petrosjan im WM-Kampf, wurde allerdings 1972 im "Match des Jahrhunderts" mitten im Kalten Krieg vom Amerikaner Bobby Fischer entthront. Mit welchem kraftvollen Zug bewog Spasski in der 19. Partie als Weißer Petrosjan zur sofortigen Aufgabe?

Lösung aus Nr. 23:

Wie gewinnt Weiß am Zug?

Mit 1.Dxe6! (aber nicht 1.Da8+? Dg8) dxe6 2.Kg2! (der schwarze Läufer muss eingesperrt bleiben! – nicht 2.a4? g2! 3.Kxg2 Lb8) e5 3.a4 e4 4.a5 Lg1!? 5.Kxg1 e3 6.Kf1! und der a-Bauer verwandelt sich in eine neue Dame