Hochschulen und Forschungseinrichtungen müssen immer stärker Profile entwickeln und Wettbewerbe wie die Exzellenzinitiative bestehen. Das hat eine neue Profession an der Nahtstelle von Wissenschaftlern und Wissenschaftsverwaltungen hervorgebracht: das Wissenschaftsmanagement.

Sieben Prozent des Personals sind heute mit Strategie, Organisation, Technologietransfer oder Drittmittelmanagement beschäftigt. Sie organisieren den Wandel und werden immer wichtiger. Doch noch häufig gilt Wissenschaftsmanagement als kommode Exitstrategie für gescheiterte Postdocs. Dabei müssen Wissenschaftsmanager hohe Professionalität und entsprechende Qualifikationen mitbringen.

Zudem brauchen sie eine bessere Personalentwicklung und klarere Karriereperspektiven. Noch immer werden Präsidien und Rektorate meist nach rein wissenschaftlichen Maßstäben besetzt. Wissenschaftsmanager sollen nicht nur mehr Aufgaben, sondern auch mehr Verantwortung übernehmen, verbunden mit klaren Aufstiegschancen.

Wissenschaftsmanager müssen sich häufig entscheiden, ob sie in Hochschulen, Fördereinrichtungen oder in der Wissenschaftspolitik arbeiten; sie wechseln aber noch zu selten zwischen den Sektoren oder ins Ausland. Es braucht Programme für den Austausch und für die Internationalisierung.

Es sollte eine Initiative für das Wissenschaftsmanagement geben – nicht monetär, aber strukturell vergleichbar mit Programmen wie der Exzellenzinitiative. Dann können Wissenschaftsmanager entscheidend dazu beitragen, Profile zu entwickeln und Wettbewerbe zu bestehen – und das Wissenschaftssystem zukunftsoffen zu halten.