Vielleicht assoziieren viele Menschen die Farbe Grün automatisch mit "öko" und denken deshalb, dass grüne Eier besonders gesund seien. Oder es liegt daran, dass diese exotischen Eier selten im Supermarkt zu finden sind, eher im Bioladen. Aber grün werden diese Eier nur, weil ihre Schalen besonders viel Gallenfarbstoff enthalten. Sie werden von Hühnern der Araucana-Rasse gelegt, die ursprünglich aus Südamerika stammt.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 26 vom 16.6.2016.

Man findet die Eier deshalb selten bei den Discountern, weil ihre Massenproduktion nicht besonders wirtschaftlich ist. Im Gegensatz zu den hochgezüchteten Legerassen, deren Exemplare mehr als 200 Eier pro Jahr liefern, legt ein Araucana-Huhn nur um die 50. Manchmal werden die Araucanas auch mit gewöhnlichen Hühnern gekreuzt, um eine höhere Legeleistung zu erzielen. Dann können schon einmal Hühner entstehen, die olivgrüne Eier legen.

Sie sehen also exotisch aus, die grünen Eier, aber im Inneren unterscheiden sie sich nicht wesentlich von gewöhnlichen.

Und was das Cholesterin angeht (vor dem wir uns eigentlich gar nicht so fürchten müssen, siehe Stimmt’s?, ZEIT Nr. 45/08): Tatsächlich maß die Bayerische Landesanstalt für Tierzucht in Grub, dass ein durchschnittliches grünes Ei ein bisschen weniger davon enthält als ein weißes oder braunes. Das liegt aber nur daran, dass die grünen Eier meist kleiner sind. Vergleicht man gleich große 60-Gramm-Eier, dann steckt in den grünen sogar mehr Cholesterin: bis zu 237 Milligramm, verglichen mit maximal 206 Milligramm in weißen und 198 in braunen Eiern. Der Grund dafür ist, dass der cholesterinhaltige Dotter in den grünen Eiern einen größeren Anteil hat

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