Für weitere Artikel zur Serie "Stimmt's?" klicken Sie auf dieses Bild. © Jeff J. Mitchell/Getty Images

Der Begriff des "guten Raumklimas" ist nicht scharf definiert. Manchmal geht es um Temperatur und Luftfeuchtigkeit, manchmal werden auch Gerüche einbezogen oder Schadstoffe, die wir nicht wahrnehmen können.

Bleiben wir erst einmal bei Feuchtigkeit und Wärme: "Um in Räumen zu leben, die Spinnen lieben, müssten wir uns in feucht-schimmelige Keller verziehen", sagt Peter Jäger, Arachnologe im Frankfurter Senckenberg-Museum. Denn die meisten Spinnenarten mögen es feuchter als wir; vor allem im Winter ist es ihnen in unseren Wohnungen zu trocken. Einige Arten kommen zwar gut klar mit trockenem Klima. Sie vermissen in Wohnungen aber den Morgentau, von dem die Spinnen in der freien Natur trinken. Neben der Wasserknappheit herrscht in Innenräumen ebenfalls ein Mangel an Beute, denn auch viele andere Insekten fühlen sich in trockener Luft nicht wohl. Der Spinnenfreund Peter Jäger berichtet von eigenen missglückten Versuchen, Spinnen in seiner Wohnung zu halten.

Falls man Spinnen entdeckt und falls diese nicht an Stellen hausen, wo sie Familienmitglieder oder Besucher verschrecken könnten, sollte man sie in Ruhe lassen, rät Jäger. Denn die Achtbeiner fangen einiges an Ungeziefer weg. Insbesondere unter dem Netz von Spinnenarten, die ihre Opfer aussaugen, statt sie zu fressen, kann man häufig einen eindrucksvollen Insektenfriedhof finden.

Und was ist mit Schadstoffen? Besprüht man Spinnen mit Gift, fangen sie an, unregelmäßige Netze zu weben. Gegenüber geringen Konzentrationen sind Spinnen aber nicht besonders empfindlich. In Wohnungen, die keine Opiumhöhlen sind, wird eine Spinne kaum vor schädlichen Giftstoffen warnen.

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