Juli, Zeit des Ausflugs, Zeit des Ausfliegens. Wohin? Am besten zur Hütte. Ins Holzhäuschen am Meer, unter schattigen Bäumen. In die Stille, die uns aus diesem Traumstückhaus anatmet. In die allen Hütten eigene, wesensartige Ruhe, die man aus Ferienhäusern kennt.

Der amerikanische Maler John McCoy (1910 bis 1989) hat mit Landscape and House eine Idylle in Wasserfarben eingefangen, und wenn auch nicht bekannt ist, ob das Häuschen wirklich ihm gehörte oder welcher Ort genau gemeint ist, spricht aus seinem Bild etwas Intimes und Vertrautes, quasi das universale Hüttenwesen. Hier ziehen Segelboote und gleißende Sommerwochen vorbei, auch verregnete Herbsttage, Silvesterabende, und kurze Wochenenden zwischendurch. In Einsamkeit geschriebene Bücher entstehen hier oder auch Kinder, die in lachhaft schnell vergehenden Jahrzehnten groß werden und zur Hütte zurückkehren bis an ihr Lebensende, nur um immer wieder nach dem Rechten zu schauen.

Das Rechte, das bedeutet: das Gleiche. McCoys Bild lebt vom Ewigkeitscharakter des Hauses, von seiner Baumartigkeit: Es steht dort, wie es immer dort stand. Seine Hauptfunktion ist dieses Stehenbleiben, aufs Meer, den Wald, die Jahreszeiten zu schauen. Die Gäste, die lärmen, schwimmen, urlauben und vor allem viel schlafen wollen, werden dadurch beruhigt. Mit dem stillen Blick auf das Haus am Wasser transportiert der Künstler das zutiefst friedliche Wissen, dass mit dem Haus etwas auf einen wartet und immer warten wird.

Übrigens gilt das auch für all jene, die keine eigene Hütte haben. Denn sie können immerhin Bilder wie das von John McCoy erwerben (Landscape and House wurde am 28. Juni bei William Bunch Auctions für 500 Dollar versteigert). Und sich beim Anblick vergewissern: Es ist alles noch wie immer.