Olivia ist elf Jahre alt und hat in ihrem Leben schon mehr Verletzungen erfahren, als sie ertragen kann. Sie war in Pflegefamilien und im Heim. Sechzehn Stationen hat sie hinter sich, als sie schließlich bei Jim landet und seine Kinder Daniel, Harriet und Grace kennenlernt. Olivias Mutter trinkt zu viel und schafft es nicht, sich um Olivia und ihre Geschwister zu kümmern. Im Laufe der Zeit hat sich das Mädchen einen dicken Panzer zugelegt, der sie schützen soll, sie aber gleichzeitig von ihrer Umwelt trennt.

Schonungslos erzählt Sally Nicholls von dem Teufelskreis, in den Olivia hineingeraten ist: Immer wieder stößt sie Menschen, die es gut mit ihr meinen, vor den Kopf – auch den Leser. Man leidet mit Olivia, hofft mit ihr und ärgert sich maßlos über sie, wenn sie sich mal wieder unmöglich benimmt. Sally Nicholls hat eine widerständige und widerspenstige Heldin geschaffen. Ihr Buch ist keine leichte Kost – und unbedingt empfehlenswert.

Sally Nicholls: Wünsche sind für Versager. Ab 13 Jahren, Hanser 2016; 224 S., 15,90 €