Im Film Suffragette wird der oft auch handfeste Kampf englischer Frauen vor gut hundert Jahren um Gleichberechtigung und das Frauenwahlrecht eindrucksvoll geschildert. Sie wurden geschmäht, verfolgt und als "Mannweiber" verunglimpft. Doch ihre Anführerin Emmeline Pankhurst, im Film verkörpert durch Meryl Streep, schrieb: "Ich war 19 glückliche Jahre verheiratet. Mein häusliches Leben und meine Beziehungen waren fast so ideal, wie es in dieser durchaus nicht perfekten Welt möglich ist."

Das traf wohl auch auf Edith Helen Baird (1859 bis 1924) zu, die sich politisch für die Unabhängigkeit der Frauen starkmachte, aber auch an Bogenschieß-Wettbewerben teilnahm und Bücher mit ihrer Malerei und ihren Gedichten herausbrachte. Und mit ihren Schachproblemen. Auch dies damals eine ganz den Männern vorbehaltene Domäne, in der sie nach anfänglichen Anfeindungen zur anerkannten und preisgekrönten Pionierin wurde, die im Lauf ihres Lebens 2.000 Probleme komponierte. Das "Kompositionsvirus" lag schon in der Familie – ihre Eltern und beiden Brüder, später sogar ihre Tochter waren alle davon befallen.

Beeindruckt war Edith Baird aber offenbar nicht nur von unterdrückten Frauen, sondern auch von den Gefangenen des berüchtigten Mongolenherrschers Tamerlan in einem eisernen Käfig. Dieses Motiv nahm sie in Form des "Königs im Käfig" in einige ihrer Probleme auf. Wie kann Weiß diesen im zweiten Zug matt setzen?

Lösung aus Nr. 30:

Wie gewann Weiß am Zug?

Nach 1.Td1! konnte die angegriffene Dame nicht beide Drohungen der weißen Dame gleichzeitig parieren. Nach 1...Dxb5 2.Dh8+! gab Schwarz wegen 2...Ke7 3.Dd8 matt auf. Bei 1...Dc3 hätte indes 2.Da8+! Ke7 3.Dd8 matt das Ende bedeutet