Die Listen werden immer länger. Und immer gefährlicher. "Kauft nicht in diesen Läden!" heißen sie, oder: "Esst nicht in diesen Restaurants!" Es sind Boykottlisten, erstellt in deutschen Städten, von Anhängern des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.
Erdoğans Unterstützer teilen die Listen bei Facebook und in WhatsApp-Gruppen. Sie rufen dazu auf, Firmen zu boykottieren, die angeblich der Gülen-Bewegung nahestehen: Friseure, Bauunternehmer, Restaurantbesitzer, Gemüsehändler, Ärzte.
Die Bewegung des muslimischen Predigers Fethullah Gülen wird von der türkischen Regierung für den Putschversuch gegen Erdoğan Mitte Juli verantwortlich gemacht. Nun werden Gülens angebliche und tatsächliche Unterstützer auch in Deutschland verfolgt: "Wir sind zur Zielscheibe geworden", sagt Erkan Köktas.