Dass man viele Schlösser überhaupt "zweimal abschließen" kann, liegt an der Übersetzung des Schließmechanismus: Könnte man den Riegel mit einer Schlüsseldrehung ganz herausfahren, dann würde das mehr Kraft erfordern, und der Schlüssel bräche leichter ab.

Es ist prinzipiell sicherer, eine Tür abzuschließen, als sie nur ins Schloss fallen zu lassen – die eingeschnappte Schlossfalle lässt sich oft schon mit einer Plastikkarte zur Seite schieben. Eine zweite Schlüsseldrehung erhöht die Sicherheit hingegen nur graduell: Kommt der Dieb mit einem Dietrich, muss er den Mechanismus zweimal überlisten. Bricht er die Tür mechanisch auf, leistet ihm der weiter ausgefahrene Riegel mehr Widerstand – eventuell. Entsprechend entscheiden Gerichte. Etwa im Fall einer Bank, deren Mitarbeiter die Tür nur einmal abgeschlossen hatte und die daraufhin um 180.000 Euro erleichtert wurde. Sie bekam gegenüber ihrer Versicherung Recht, die für den Schaden nicht aufkommen wollte.

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