Alfred Dorfer © Peter Rigaud

Zählen ist eine verzwickte Angelegenheit. Man kann erzählen – und zwar vieles. Man kann nachzählen, was bei Wahlgängen in diesem Land oft empfehlenswert scheint. Man kann sich auch verzählen. Das scheint in Österreich ein ganz heißes Thema zu sein. Jüngst rief sich Klagenfurt zur Großstadt aus. Der Laie rätselt, welche Kriterien für dieses Prädikat wohl erfüllt werden müssen. Lebensqualität, kulturelles Angebot, Gaumenfreuden, Infrastruktur oder Sicherheit? Nein, nichts von alledem, lernt man, der entscheidende Faktor für das Großstadttum ist die Einwohnerzahl. Ab 100.000 gilt’s. Leider war der Jubel verfrüht, denn bei genauer Betrachtung zählt die vermeintliche Wörthersee-Metropole nur 99.578 Seelen und bleibt deshalb vorläufig eine Kleinstadt. In den Niederlanden etwa, nicht wirklich ein Großland, wohnen die meisten Großmenschen. Das ergab eine Großstatistik, die weltweit erhoben wurde. Während in dem wirklichen Großstaat China, was die Bevölkerungszahl betrifft, die Geburten zurückgehen. Im Himalaya allerdings, wo die echten Großberge zum Himmel ragen, findet man die meisten Großgletscher. Vielleicht abgesehen vom Nord- oder Südpol. Beides übrigens Großpole, weil keine anderen da sind. Die Wassermelone ist, für alle Interessierten, eigentlich eine Großbeere. Das haben Großdenker aus der Wissenschaft herausgefunden. Nur an Kleindenkern gehen diese großartigen Erkenntnisse spurlos vorüber. Sie beschränken sich auf kleinkariertes Hinterfragen ob der Sinnhaftigkeit dieser Zahlenspiele. Dabei macht uns erst die Zahl zum Menschen, das wusste bereits Pythagoras. Nur was man zählen kann, zählt.