Partys mit Dresscode sind so eine Sache. Man muss sich zwar nicht den Kopf darüber zermartern, ob der gewählte Fummel zu lässig oder zu schick ist. Doch was, wenn der Schrank nicht hergibt, wonach der Gastgeber verlangt? Der namenlose Icherzähler dieser Geschichte gerät ob der Aufforderung, keinesfalls ohne Hut (und bitte wenigstens einmal pünktlich!) zu Norberts Fest zu erscheinen, jedenfalls sogleich in Panik. Nicht mal eine Kappe findet sich in seinem Besitz, von Stetson, Melone oder Zylinder ganz zu schweigen. Und das Fachgeschäft ist – ausverkauft.

Der einzig erreichbare Hut sitzt auf dem Haupt eines Bratwürste verkaufenden Affen, der sich allerdings weigert, das gute Stück zu verleihen. Mitschleppen lässt er sich jedoch. Gut, denkt das Kind, einen Hut habe ich, auch wenn an dem noch ein Affe hängt. So leicht führt nur leider kein Weg am Türsteher vorbei, der mit verschränkten Armen vor dem Eingang ausharrt und es sehr genau nimmt. Nach Kontrolle der persönlichen Einladung erklärt der Sicherheitsmann in Karo-Pantoffeln, dass Affen mit Hut keinen Einlass bekommen. Strikte Anweisung! Es sei denn, sie tragen dazu noch Monokel.

Man ahnt, was kommt ... Am Ende steht der gestresste Partygast mit seinem Hut-Monokel-Affen nebst einem Klavier spielenden Dachs, einem Elefanten im Ballettröckchen, einem Koffer tragenden Pinguin und vier Eichhörnchen in bunten Unterhosen auf der Straße.

Wie diese Party-Gang zusammenfindet, ist eine urkomische Persiflage auf willkürliche Regeln, mit denen nicht nur Kinder zuweilen konfrontiert werden. Zorn, Empörung, Verzweiflung, Resignation – all das spiegelt sich in den Gesichtern vor der Tür, die sich auch am Schluss nicht öffnet. Gefeiert wird trotzdem, nur die Pünktlichkeit ist nicht mehr zu retten.

ab 4 Jahren

Simon Philip/Kate Hindley: Hut auf, Party ab! Gerstenberg Verlag 2016; 32 S., 13,95 €