Heikel ist der nächste Punkt: Gerade Frauen scheinen allein tiefer zu schlafen. In ihrer perfekten Nacht liegt neben ihnen kein Partner, der schnarcht, mit den Zähnen knirscht oder Streit anzettelt. Verhaltensbiologen der Universität Wien statteten für eine Studie zehn Paare mit einem Armband aus, das ihre nächtlichen Bewegungen aufzeichnete. Zusätzlich führten die Probanden ein Tagebuch über ihre Schlafqualität. Das Ergebnis: Die Frauen schliefen neben ihrem Partner schlechter als allein, sowohl objektiv als auch subjektiv. Für die Männer spielte es laut objektiver Messung keine Rolle, ob sie allein oder zu zweit schliefen. Subjektiv bevorzugten sie die Nächte mit Partnerin. Es gibt allerdings einen Weg, wie Männer und Frauen gemeinsam geruhsame Nächte verbringen können: Der Studie zufolge empfinden Frauen zu zweit verbrachte Nächte als erholsamer, wenn sie zuvor Sex gehabt haben.

5. Am Morgen: Nach etwa sieben Stunden Schlaf wacht der durchschnittliche Deutsche um 6.18 Uhr auf. Die ideale Schlafdauer muss aber jeder für sich bestimmen: Manche sind schon nach fünf Stunden erholt, andere erst nach neun. In der perfekten Nacht haben wir die tiefsten Schlafphasen bereits in den ersten Stunden hinter uns gebracht, sodass uns der Wecker am Morgen recht sanft aus einem leichten Schlaf holt. Menschen, die sich trotzdem erschlagen fühlen, können einen Schlafphasenwecker ausprobieren oder eine App wie SleepCycle oder SleepBot. Dabei registriert das Smartphone die Bewegungen des Schlafenden und weckt ihn gezielt in einer leichten Schlafphase. Jürgen Zulley kann bestätigen, dass die Analyse der Schlafphasen-Apps zumindest grob mit den Hirnstrommessungen im Schlaflabor übereinstimmt. Alternativ kann man einen Lichtwecker verwenden, der den Sonnenaufgang simuliert und ein helles Licht im blauen Farbspektrum ausstrahlt. Der Schweizer Chronobiologe Christian Cajochen testete solche Wecker in einer Studie mit 17 Probanden: Nach dem Aufwachen fühlten sie sich wohler, waren besser gelaunt und zeigten in Tests eine bessere kognitive Leistung als andere Testschläfer.

Ob wir wirklich gut geschlafen haben, können wir erst am nächsten Abend beurteilen. Nach der perfekten Nacht fühlen wir uns tagsüber fit und wach. Kleine Durchhänger darf es aber geben – und schlechte Nächte übrigens auch, solange sie nicht zum Normalfall werden.