Es ist ein Paradox: Jeder möchte alt werden, keiner möchte alt sein. Und doch gibt es eine, die macht vor, wie das so richtig gut geht. Längst hat sie die 80 passiert, nimmt behutsam bald die 90 ins Visier. Und wirkt doch dynamisch und frisch wie eh und je. Ihr Rezept? Busen hochzurren, Gesicht straff ziehen? "Nützt alles nichts", sagt sie, "wenn nicht der ganze Mensch, also auch sein Inneres, in Schwung gehalten wird." Sie selbst hat das ein Leben lang getan. Da war die erste Karriere vor der Kamera, die eher zufällig, ja unbeabsichtigt passierte, weil ein Fotograf sie entdeckt. "Ich habe das als interessantes Hobby aufgefasst", sagt sie in einem Interview. Das "Hobby" beschert ihr immerhin rund siebzig Filme, dann hat sie genug von der "Glitzerwelt". Mit späten 43 beendet sie ihr Studium, damals ein Novum, speziell für eine Frau. Und der Beweis, dass sie nicht nur hübsch, sondern auch klug ist. Später sagt sie, dass dies ihr Kindheitstraum gewesen sei – Menschen beraten und heilen. Als die Rente naht, erfindet sie sich noch mal neu. Und ja, es liegt ihr, das Reden, Vermitteln, Fragen, sie kennt es auch von früher. Neugierig bleiben, auch das hält jung. Und die zweite große Liebe, eine auf Augenhöhe, mit einem Mann des Worts. Sie hat zwei Söhne, eine Reihe Enkel, zwei Hunde; sie guckt gern Fußball und hält sich mit alldem in Schwung. Und dann ist da noch ihr innerer Kompass, jenes kleine Wunderwerk, dem sie ihr wohl schönstes Buch gewidmet hat. Und dem sie weiter unbeirrt und selbstbestimmt folgt. Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 37:

Der Theoretiker Friedrich Engels (1820 bis 1895) wurde berühmt durch seine Schrift "Die Lage der arbeitenden Klasse in England". Mit Karl Marx schrieb er das "Kommunistische Manifest", lebte in London und gab die Bände 2 und 3 des "Kapitals" heraus