Der schachspielende "Türke" des Hofbeamten Wolfgang von Kempelen fasziniert die Menschen seit seinem erstmaligen Auftauchen 1769 am Hofe der Kaiserin Maria Theresia. Dieser "Automat" spielte an etlichen Königshöfen und besiegte unter anderem Napoleon und Benjamin Franklin. Fast alle, so auch der Leipziger Physikprofessor Carl Friedrich Hindenburg, fielen auf ihn herein und erkannten nicht, dass die geniale Konstruktion, in der sich ein kleinwüchsiger Schachmeister – "trotz freier Einsicht von allen Seiten" – hinter einem Gewirr aus Hebeln, Walzen und Rädern verbarg, "getürkt" war. In der Kulturschachzeitschrift Karl sehen Michael Ehn und Ernst Strouhal darin einen treffenden Beleg für Walter Benjamins These, dass die Hochzeit der Aufklärung eine Konjunktur der Betrüger bewirkte. In seiner Aufklärung für Kinder schreibt Benjamin über Cagliostro (alias Kempelen): "Gerade in diesem freien und kritischen Zeitalter der Aufklärung hat Cagliostro seine Künste mit so viel Erfolg spielen lassen. Wie war das möglich? Antwort: Gerade weil die Leute so fest davon überzeugt waren, daß Übernatürliches nicht wahr sei, grade darum hatten sie sich nie Mühe gegeben, ernsthaft darüber nachzudenken, und mußten Cagliostro, der ihnen das Übernatürliche mit der Gewandtheit eines Taschenspielers vorgaukelte, zum Opfer fallen."

Mit welcher "petite combinaison" erlangte der Türke als Schwarzer am Zug 1820 in London siegbringenden Vorteil gegen den Spieler Sturmer?

Lösung aus Nr. 37:

Wie gewann Weiß am Zug "unsterblich"? Mit dem herrlichen Zug 1.Dd4!!, der beide Türme opfert. Nach 1...Dxh1+ (1...Te8 2.0-0-0 Txe2 3.Lh6) 2.Kd2 Dxa1 3.Df6!! war Schwarz ohnmächtig gegen die Mattdrohung 4.Lh6 nebst 5.Dg7 und gab deshalb auf