Er nuschelt und raspelt, flüstert und droht: Josef Weber, der legendäre Hamburger Auktionator, im Einsatz für die gute Sache. Dreißig Jahre phönikks, die Stiftung finanziert therapeutische Hilfsprojekte für Familien mit Krebspatienten. Deshalb flitzt Weber durch die Tischreihen im Atrium der Hanse-Merkur-Versicherung, wo das Dinner mit 200 geladenen Gästen stattfindet. Sie sollen die "Phönikkse" ersteigern, Holzfigürchen, gestaltet von Prominenten wie Otto Waalkes, Barbara Schöneberger, Udo Lindenberg.

"320, 360, 390, 400!" Weber raspelt die Silben durchs Headset. "Diesen Tisch muss ich mir merken!", sagt er anerkennend, nachdem er eine Gruppe zum Mitbieten genötigt hat. "Ich liebe diesen Tisch!"

So geht Benefiz auf Adrenalin. Webers Stimme wird schriller, er klingt wie Micky Maus, der Kontostände herunterrasselt. "Die Dame hier? War das ein Gebot?" Kopfschütteln, nein, man habe sich nur eine Strähne aus dem Gesicht gewischt. "Aber Sie haben so gemacht?" Weber imitiert die Geste perfekt; die Lady sitzt in der Klemme. "Doch, Sie haben so gemacht. Sicher, dass das kein Gebot war?"

Wohltätigkeit darf heiter sein und selbstironisch, gerade bei diesem Anlass. Christl Bremer, 71, die Gründerin der Stiftung, weiß, was sie geleistet hat. Man muss sie nicht mehr mit staatstragenden Reden hofieren.

Viel mehr freut sie sich über jeden Cent, der heute Abend zusammenkommt, weil Herr Weber den Gästen die Euro aus den Spendierhosen zieht. "Da hinten sitzt ein Herr, der glaubt davonzukommen." Weber saust los. "Ach, nee das ist ja ’ne Dame!" Und schon wieder sind 1.000 Euro in der Kasse.