Die Kunst der Gegenwart liebt den Übersprung. Wer heute Video macht, der machte gestern Performance, der macht morgen bestimmt Gesang oder ganz etwas anderes. Schließlich soll sich der Künstler immerzu neu erfinden, fast so, als komme es auf seine Werke nicht weiter an, weil er selbst ja das wichtigste aller Artefakte ist. Auf dauerbewegliche Weise soll dieses Artefakt noch einmal allen zeigen, wie unausschöpflich die Kunst doch sei.
Fast ausgestorben ist hingegen: Selbsttreue. Fast vergessen: Genügsamkeit. Vielleicht aber gerade deshalb schauen jetzt viele auf die Geschichte der Carmen Herrera. Sie trägt ins Heute hinein, was so lange als verloren galt.