Die Fußballer wissen seit je, dass man ab 30 ein "Alter Herr" ist. Vielleicht wurden sie durch den Faust von Goethe inspiriert: "Hat einer 30 Jahr’ vorüber, so ist er schon so gut wie tot." Nun kamen auch die Schachspieler, die ja gern die (fast) ewige geistige Frische für sich reklamieren, auf die Idee, neben den "richtigen" Senioren über 65 auch die "Jungsenioren" ab 50 einzuführen. So gab es denn bei der Mannschafts-WM der Senioren in Radebeul bei Dresden, wo einst Karl May seine fantastischen Abenteuer ersann und der Karl-May-Verleger, Schachgroßmeister und Schiedsrichter bedeutender WM-Kämpfe Lothar Schmid geboren wurde, beide Kategorien.

Neben einigen Damen wollten über 500 ältere Herren sich und der Schachwelt zeigen, dass man auch grauhaarig oder kahlköpfig tiefe Kombinationen aushecken und gelegentlich sogar mit immer noch loderndem Altersfeuer ein "Brett in Flammen setzen" kann. Erfreulicherweise am besten gelang dies bei 50+ den deutschen Herren, die so vor Armenien und England Weltmeister wurden. Prächtig spielte am Spitzenbrett Uwe Bönsch, der Turnierdirektor des Deutschen Schachbunds, auf. Sage noch einer, Funktionäre könnten nicht (mehr) Schach spielen. In der über Gold und Silber entscheidenden Partie eroberte er mit einer wunderschönen Kombination die Dame des Armeniers Rafael Vaganian und strahlte danach noch mehr als sonst über beide Backen. Sie sind wie er mit Schwarz am Zug!

Lösung aus Nr. 40:
Wie bestrafte Weiß am Zug die vorwitzige (und gefräßige) schwarze Dame? Nach 1.Sxe4! Sxe4 (auch 1...dxe4 2.Tb3 Da1 3.Lc2 Dxa2 4.Ta1 mit Eroberung der Dame hilft nicht) 2.Lxe4 dxe4 3.Tb3! Dxa2 4.Ta1 Dxa1 5.Dxa1 war die Dame futsch