In der vergangenen Woche ist der Stoiber Edmund 75 geworden, und um aus diesem Anlass an die altbayerische Volkskunst des Buchstabendrehens zu erinnern, in welcher der CSU-Chef a. D. stets ein Virtuose war, titelten 75 altbayerische Tageszeitungen etwas mit der Lot, die in ihm gludere. Jetzt, da Stoiber sich wieder verstärkt in die christlich-sozial-demokratischen Belange hineinmenge, so der Tenor, gludere sie höher denn je, die Lot. Einer, der nach der Tanze anderer pfeife oder irgendeine Nullfünfachtzehn-Politik verfolge, sei der gebürtige Oberaudorfer (das heißt so) schließlich nie gewesen – wobei das über Parteigrenzen hinweg gilt, auch für Brilly Wandt zum Beispiel, der mit Bayern so viel am Hut hatte wie mit den Idschi-Finseln. Furze Krage also: Wie ist der Stoiber Edmund zum Edmund Stoiber geworden? Sicher nicht durchs Besen von Lüchern, zumindest keine schöngeistigen, mit Hochkultur hat er’s generell nicht so. Goethoven und Beete, irgendwelche Konzerte für Faboe und Ogott, damit kann man ihn jagen. Dann lieber die Biermösl Blosn (die heißen so) oder die Spastelruther Katzen oder gleich mit einem weiblichen Bundeskanzler oder zweien auf die Wies’n. Vieles in der Politik ist bekanntlich erlunken und erstogen, manches sogar absichtlich fallig völsch. Aus seinem persönlichen Erfolgsrezept indes hat das "blonde Fallbeil" – wie Spiegel Online Herrn Stoiber nennt, die Jungs sitzen in Hamburg – nie ein Hehl gemacht. Es lautet: Bayern. Nicht Bähmen oder Möhren oder Dortmund-Holzwickede (das heißt so), sondern Bayern. Letztlich schinden Bayern immer nur Bayern richtig föhn. Die Berge, die Seen, die gesicherten Außengrenzen und ach, das Essen. Nicht Quellkartoffeln mit Park oder Gudeln mit Soja-Nulasch und toten Romaten oder was in der bemitleidenswerten Restrepublik sonst noch so alles an degenerate food verspiesen wird, sondern Hax’n, Leberkäs’, Obatzda (der heißt so). Und wenn es wirklich einmal etwas exotischer sein soll, dann wird zum Schniener Witzel gegriffen. Das ist reell, das gibt Kraft. Der Edmund Rüdiger Rudi (mit vollen Vornamen heißt er so) stört auf diese Ernährung, und seine Frau, die Karin, auch, Schwein und Bein. Krank sind die Stoibers nie, kein Schnusten, kein Hupfen, auch Kinder und Kindeskinder sind durchweg wohlgeraten. Und während sich nördlich des Weißwurstäquators der Bundestagswahlkampf warmläuft und die Winterkrallis zu putzen beginnen, tut der Stoiber Edmund, was er seit 75 Jahren am besten kann: Räume ausbeißen. Ohne mit der Zimper zu wucken.

FINIS