Das sagt das Kind: "Ich gebe es zu: Bei mir ist meistens eine ziemliche Unordnung. Auf dem Schreibtisch liegen Schulsachen zwischen bemalten Zetteln, oft stehen noch Legobauten obendrauf. In die Schubladen habe ich Dinge gestopft, die da nicht reingehören – Bonbons, Verpackungen, Spielzeug ... Ich lasse die Schubladen auch gern offen stehen. Ich muss da ja sowieso bald wieder ran. Schwierig ist es mit den Klamotten. Oft lege ich die einfach auf einen Stuhl, irgendwann türmen sie sich dann aber, und manchmal kippt der Stuhl sogar um. Ich denke dann: Das räume ich später richtig weg. Und vergesse es.

Wenn mein Bett so voller Kleidung liegt, dass ich abends nicht einfach reinkriechen kann, stört das. Aber schlimm finde ich es nicht. Ich fühle mich wohl in meinem Zimmer und weiß meistens auch ungefähr, wo was ist. Wenn ich doch mal etwas nicht finde, ärgere ich mich allerdings. Dann muss ich überall wühlen, und das macht noch mehr Chaos.

Wenn meine Mama mir mit dem Aufräumen Druck macht, nervt mich das. Vor allem, wenn alles superschnell gehen soll, weil jemand zu Besuch kommt. Dann wird sie ganz hektisch und sagt: ›Hier liegt noch was‹, und kaum habe ich das weggeräumt, findet sie das Nächste.

Manchmal mache ich so ein Schnell-Aufräumen, wenn ich höre, dass meine Mama kommt, und es sehr wild aussieht. Denn ich weiß ja, dass sie sich sonst ärgert. Dann pfeffere ich ein paar Sachen in die Schubladen und mache sie zu. Auf dem Schreibtisch stapele ich die Bücher und rücke sie gerade. Einen bestimmten Putztag habe ich nicht.

Wenn mir meine Mama beim Aufräumen hilft, ist das einerseits gut. Aber ich habe Angst, dass sie Dinge findet, die ich selbst vergessen habe – zum Beispiel verschimmelte Essens- sachen. Das ist mir schön öfter passiert, und das ist echt eklig. Auch meine Mutter findet das gar nicht lustig.

Hin und wieder macht sie allein Ordnung bei mir. Damit fühle ich mich gar nicht wohl. Manche Sachen gehen sie nichts an. Zum Beispiel verstecke ich mein Tagebuch im Schrank. Ich sage ihr dann, dass sie da nicht aufräumen soll. Daran hält sie sich eigentlich.

Mit meiner besten Freundin räume ich ab und zu als Überraschung auf. Wir verbarrikadieren die Tür und überlegen uns etwas Besonderes: Wir werfen einen Luftballon hoch und fangen dort an aufzuräumen, wo er landet. Manchmal bringen wir die Sachen zu zweit auf meinem Hüpfball an ihren Platz. Oder wir machen ein Wettaufräumen: Wer findet die meisten roten Sachen? So macht Ordnung richtig Spaß."

Nelly, 11 Jahre