Das Licht, das beim Schweißen entsteht, kann die Augen schädigen. Wer in eine Schweißflamme blickt, insbesondere beim Lichtbogenschweißen, der bekommt nicht nur eine hohe Dosis von Photonen im sichtbaren Lichtspektrum ab, sondern auch ultraviolette Strahlung. Die kann die Netzhaut regelrecht verbrennen und zu Blasen und Narben führen. Auch die Wärmestrahlung, die von dem Lichtbogen ausgeht, kann schädlich für die Augen sein. Daher müssen Schweißer Schutzbrillen tragen.

Früher, als die Kameras noch mit Röhrentechnik arbeiteten, konnte eine derart intensive Strahlung auch die Geräte schädigen. Die Aufnahme-Chips in heutigen Kameras dagegen sind weitgehend unempfindlich – sie können nicht mehr registrieren als ein hundertprozentiges Weiß. Wenn eine höhere Dosis an Photonen sie erreicht, werden die einfach nicht mehr registriert. Allenfalls die Hitze und herumfliegende Funken muss der Kameramann oder die Kamerafrau fürchten.

Und mehr als hundert Prozent Weiß kann auch der Bildschirm nicht wiedergeben – die Pixel können nicht heller leuchten, und die besonders aggressiven UV-Strahlen werden weder aufgezeichnet noch wiedergegeben. Ein Video von einem Schweißvorgang ist nicht heller als das von einer völlig weißen Wand. Und daher muss der Zuschauer keine Angst um sein Augenlicht haben, selbst wenn die Kamera direkt auf die Schweißflamme gerichtet war. Dasselbe gilt für Filme von einer Sonnenfinsternis, in die man in der Realität auch nicht direkt schauen sollte. Und schließlich wird niemand braun, wenn er sich einen Film von einem südlichen Strand im gleißenden Sonnenlicht anschaut.

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