Getauft wurde er in der einen Konfession, in der anderen auf Betreiben seiner glaubensstolzen Großmutter erzogen. Dieser hat es nicht gefallen, dass ihr Enkel nach dem Abitur in einen Orden eintrat.

Während seiner Ausbildung arbeitete er als Erzieher und Sportlehrer in einem Kolleg im Nachbarland. Die neuen Machthaber in seiner Heimat erzwangen seine Rückkehr. Nach einem kurzen Aufenthalt in einem berühmten Internat beendete er sein Theologiestudium, wurde promoviert und zum Priester geweiht. In der Auseinandersetzung mit dem Werk eines Existenzphilosophen entwickelte er einen in der göttlichen Ordnung begründeten Humanismus als Grundlage einer sozial gerechten Gesellschaft. In der Redaktion der kritischen Ordenszeitschrift fand der Gegner der herrschenden Ideologie ein Wirkungsfeld, bis sie zwei Jahre nach seinem Eintritt verboten wurde. Er suchte Zuflucht im alten Pfarrhof der Vorortgemeinde einer Großstadt und wirkte als Prediger und Seelsorger. Sein Vorgesetzter im Orden führte ihn in einem Zirkel ein, der sich programmatisch mit der gesellschaftlichen Neuordnung nach der absehbaren Katastrophe beschäftigte.

Im Gefolge eines Attentats wurde er während der Frühmesse verhaftet und in einem Schandprozess wegen Hoch- und Landesverrat zum Tode verurteilt. In der Haft schlug er das Angebot aus, freigelassen zu werden unter der Bedingung, aus dem Orden auszutreten. Kurz vor seiner Hinrichtung sagte er dem Gefängnispfarrer: "In wenigen Minuten werde ich mehr wissen als Sie." Wer war’s?

Lösung aus Nr. 42:

Richard Ford, geb. 1944 in Jackson, Mississippi, gilt als einer der wichtigsten US-Schriftsteller. Mit dem Roman "Der Sportreporter" gelang ihm 1986 der Durchbruch; weitere Bücher sind "Unabhängigkeitstag", "Die Lage des Landes" und zuletzt "Frank"