Herr Schäbitz steht da mit verschränkten Armen und späht in die Menge. Kurzhaarfrisur, athletischer Body, Gesicht zwischen konzentriert und grimmig. In Hollywood besetzen sie so einen für die Rolle des paramilitärischen Handlangers oder Bodyguards zur Schurkenbewachung.

Im Hühnerposten passen er und sein Team auf rund 1.200 Studenten auf, Erstsemesterfest der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. "Früher lief das menschlicher ab", sagt Schäbitz. "Der Druck ist größer geworden, die Fete extremer." Welcher Druck? "Der auf die Studenten."

Work hard, play hard also, von Anfang an. Man will es nicht so recht glauben, die Feierklientel erscheint ästhetisch gesehen erst einmal als friedliche Mischung aus Skater, Indierocker und Mathe-Nerd.

Bei den Männern dominiert das karierte Button-down-Hemd, dazu Sneakers von Vans. Die Frauen zelebrieren modisches Laisser-faire; über T-Shirt und Jeans kommen die meisten nicht hinaus.

Dafür setzt man ein Zeichen beim Alkohol: Gleichberechtigung ist auch eine Sache der Selbstbefüllung. Wie die Ladys hier den Tequila quasi inhalieren, das markiert eine neue Dimension der Promillekompetenz. Dass bis zum Morgen Deutschrap-Songs in Gänze mitgesungen werden, stimmt dann wieder zuversichtlich: Diese Generation hat einen starken Intellekt.

Bedrückend allerdings, weil mit noch so viel Ethanol nicht zu lösen: das mentale Problem eines Burschenschaftlers. Wie um das Klischee zu erfüllen, wird der Kolumnist als Lügenpresse-Vertreter beschimpft, der irgendwann geradezustehen habe für seine Meinung. Zuletzt fällt der Begriff Galgen. Es klingt kein bisschen einstudiert.