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Lieber Papst Franziskus,

ich wollte Dich fragen: Ist Dein Beruf schwer und mögen die Leute Dich? Wer wolltest Du in meinem Alter sein? Mein Name ist Basia. Ich bin acht Jahre alt. Meine Lieblingsfarbe ist Grün.
Basia, acht Jahre, Polen

Liebe Basia,

ich muss Dir etwas gestehen. Als ich so alt war wie Du, da wollte ich Metzger werden. Jetzt bist Du wahrscheinlich erstaunt, aber weißt Du, warum ich das werden wollte?

Ich bin immer mit meiner Großmutter zum Markt gegangen, und da war ein Metzger, den ich mochte. Er war ein großer Kerl und hatte eine riesige Schürze mit einer Tasche vorn. Wenn meine Großmutter bezahlte, steckte er die Finger in die große Tasche, die voller Geld war, und gab meiner Oma das Wechselgeld. Ich dachte, er müsse ungeheuer reich sein. Das hat mir wirklich imponiert. Ich wollte unbedingt sein wie er. Ich weiß, das ist komisch, aber ich musste Dir das unbedingt erzählen.
Franziskus

Lieber Papst Franziskus,

meine Mutter ist im Himmel. Bekommt sie nun Engelsflügel?
Von Luca, sieben Jahre, Australien

Lieber Luca,

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aber nein! Deine Mutter ist im Himmel – schön, einmalig und voller Licht. Sie hat keine Flügel bekommen. Sie ist immer noch Deine Mutter, der Mensch, den du kanntest, aber sie ist strahlender als je zuvor. Und sie blickt mit einem Lächeln auf Dich, ihren Sohn, herab.

Deine Mutter ist glücklich, wenn sie sieht, wie Du Dich gut benimmst. Und selbst wenn Du Dich nicht gut benimmst, liebt sie Dich und bittet Jesus, Dir zu helfen, ein besserer Mensch zu werden. Am besten stellst Du Dir Deine Mutter so vor: schön, lächelnd und voller Liebe für Dich.
Franziskus

Lieber Papst Franziskus,

warum spielst Du gerne Fußball?
Mit den besten Wünschen für Deine Gesundheit
Wing, acht Jahre, China

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Liebe Wing,

ich mag Fußball einfach. Ich habe nie schwierige Spiele bestritten, weil ich nie richtig spielen gelernt habe. Ich habe auch nicht gerade flinke Füße. Aber ich sehe den Mannschaften gerne zu. Weißt Du, warum? Weil ich sehe, wie sie als Team eine Einheit bilden. Ich finde es richtig aufregend, mir ein Spiel anzusehen. Wenn ein Spieler nur für sich spielt, dann verliert er und seine Mannschaftskameraden mögen ihn nicht. Um gut Fußball zu spielen, muss man zusammenspielen können. Man muss als Team auftreten und für alle das Beste anstreben, ohne an den eigenen Gewinn oder Ruhm zu denken. So müsste es auch in der Kirche sein!
Franziskus

Lieber Papst Franziskus,

hast Du gerne getanzt, als Du noch ein Kind warst?
Prajla, sechs Jahre, Albanien

Und wie, liebe Prajla!

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Wirklich viel! Ich war gerne mit den anderen Kindern zusammen, wir haben immer Ringelreihen gespielt, aber auch die traditionellen argentinischen Tänze getanzt. Ich hatte so viel Spaß dabei! Als junger Mann habe ich dann gerne Tango getanzt. Ich mag Tango. Tanzen drückt Freude und Glück aus. Wer traurig ist, kann nicht tanzen. Normalerweise können junge Leute eines besonders gut: glücklich sein. Aus diesem Grund tanzen die jungen Menschen die Freude in ihrem Herzen.

Sogar der große König David tanzte. Er machte Jerusalem zur Heiligen Stadt und führte in einer feierlichen Prozession die Bundeslade dorthin. Dann aber begann König David, vor der Bundeslade zu tanzen. Es war ihm egal, ob "man das machte". Er vergaß ganz, sich wie ein König zu benehmen, und er tanzte wie ein kleines Kind! Als seine Frau Michal ihn so herumhüpfen sah, schimpfte sie David. Sie wurde ganz furchtbar ernsthaft. Ich nenne so etwas das "Michal-Syndrom". Menschen, die keine Freude ausdrücken können, sind immer sehr ernsthaft. Also tanzt, liebe Kinder, damit Ihr nicht allzu ernst werdet, wenn Ihr Erwachsene seid!
Franziskus

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Lieber Papst Franziskus,

1. Warum brauchst Du so einen hohen Hut?
2. Warum haben manche Heilige Wunden?
Faith, acht Jahre, Singapur

Liebe Faith,

auf Deiner Zeichnung habe ich meinen hohen Hut und Dein Haar flattert im Wind. Wir halten uns an den Händen. Danke für dieses schöne Bild! Mein hoher Hut ist Zeichen dafür, dass ich ein Bischof bin. Ich setze ihn zu besonderen Gelegenheiten auf und natürlich zur Messe. Gelegentlich wechsle ich ihn. Ich mag den einen, den ich in Argentinien hatte, in Buenos Aires. Bevor ich Papst wurde, packte ich, wenn ich nach Rom kam, immer zwei Hüte ein: einen weißen für die Feierlichkeiten mit dem Papst, und einen normalen für andere Feierlichkeiten, die ich in Rom zu begehen hatte. Diesen Hut habe ich immer noch.

Du fragst auch nach den Wunden der Heiligen. Ja, manche Heilige – wie der heilige Franz von Assisi – haben die "Stigmata". So nennen wir die Wunden Jesu. Diese Heiligen liebten Jesus so sehr, dass sie wie er sein wollten. Sie wollten es ihm nachtun. Und so schenkte Jesus ihnen seine Gabe: Sie durften dieselben Wunden tragen wie er. In anderen Worten: Ihr Körper wurde wie der von Jesus. Aber Vorsicht: Nicht jeder Mensch, der Wunden hat, ist ein Heiliger!
Franziskus

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Lieber Papst Franziskus,

Du bist nicht mehr so jung und hast schon viele Dinge gemacht. Was möchtest Du noch tun, damit aus der Welt ein schönerer und gerechterer Ort wird?
Viele Grüße, Hannes und Lidewij, neun Jahre, Zwillinge aus den Niederlanden

Lieber Hannes, liebe Lidewij,

es gibt so vieles, was ich tun möchte. Ich würde am liebsten immer lächeln – zuerst würde ich Gott zulächeln, um ihm für all das Gute zu danken, das er an den Menschen tut. Und für seine Geduld. Habt Ihr je darüber nachgedacht, wie viel Geduld Gott hat? Gott ist unendlich geduldig. Gott wird nicht müde, auf uns zu warten. Ich möchte den Menschen helfen, die leiden. Am liebsten hätte ich, dass es keine Ungerechtigkeiten mehr gibt oder wenigstens nicht mehr so viele. Ich möchte den Kindern helfen, Jesus näherzukommen. Ich wünschte, es gäbe keine Sklaverei mehr auf der Welt. Denn es gibt immer noch viele Sklaven – so furchtbar viele. Ich wünsche mir, all das vollbringen zu können, aber ich bin alt und habe nicht mehr viel von meinem Lebensfaden übrig … Aber das alles liegt letztlich in Gottes Hand …
Franziskus