Ingo Zamperoni, der neue Tagesthemen- Moderator, den meine Frau fast so gutaussehend findet wie er sich selbst, hat aus seinem Einstand via Twitter ein, wie das heute wohl heißt, trending topic gemacht – und seine künftigen Zuschauer einen schmissigen Schlusssatz suchen lassen. Unter den Vorschlägen ragte die situationsadäquat angepasste Star Wars- Formel "Möge die Nacht mit dir sein" zwar einsam heraus. Doch Zamperoni moderierte sein Debüt mit der platten Kaffeebohnen-Verführer-Anleihe "Isch aabe gar keine Schlusssatz" ab – und drohte an, in den kommenden Tagen die Ideen seiner Follower ausprobieren zu wollen. Ein kleiner Tipp für den sicher bald großen Ingo: Anstrengen, ein bisschen mehr, du dich musst!

Der Zamperoni-Vorstoß hat den Wunsch in mir geweckt, auch für diese Kolumne einen passenden Schlusssatz zu finden. Eine immer wiederkehrende Formel, mit der ich mich entweder scheinbar beiläufig wie einst Ulrich Wickert ("Das Wetter") oder maximal verquast wie früher Maybrit Illner ("Viel Spaß beim Vermehren der gewonnenen Einsichten") meiner Bedeutung als Stabilitätsanker in Zeiten des beschleunigten medialen Wandels öffentlich versichere. Wenn das jetzt etwas manieriert klingt, liegt das daran, dass der Thomas-"Kommen Sie gut durch die Nacht"-Roth in mir durchgegangen ist. Sorry. Oder wie Nina Ruge sagen würde: "Alles wird gut."

Was aber ist nun der ideale Dausend- Schlusssatz? "Dausend Dank" ist ein bisschen zu billig, für "I’ll be back" fehlt mir der Killerinstinkt eines Terminators, und auf "Dann krachte alles zusammen, und das große Leichentuch des Meeres rollte weiter, wie es schon vor fünftausend Jahren gerollt war" kam Herman Melville schon vor 165 Jahren – als er Moby Dick final abtauchen ließ. Doch bevor ich nun mit Marcel Reich-Ranicki "Und wieder sehen wir betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen" oder mit dem Fernsehjournalisten Edward R. Murrow "Good night and good luck" sagen muss, präsentiere ich die Dausendsche Schlussformel. Doch, Moment mal, hier ist ja der Text zu Ende. Die passt da ja gar nicht mehr hin ... Was für’n Scheiß!