Wie ein Kühlschrank Kälte erzeugt, das kann man sich etwa so vorstellen, wie der Abfluss am Boden des Waschbeckens Trockenheit erzeugt. Kälte ist keine Form von Energie, sondern die Abwesenheit von Wärmeenergie. Die steckt in der Bewegung von Atomen und Molekülen, und diese Teilchenbewegung lässt sich nicht direkt mit elektrischer Energie stoppen. Aber man kann mit einer strombetriebenen Pumpe die Wärmeenergie von einem Ort zum anderen schaffen. So zirkuliert in einem Kühlschrank eine Flüssigkeit, die Wärme aus dem Inneren aufnimmt und nach draußen transportiert. Das stellt leicht fest, wer das Gitter an der Rückseite eines Kühlschranks anfasst: Es ist warm.

Im Normalbetrieb erzeugt der Kühlschrank also ein Ungleichgewicht der Temperatur zwischen drinnen und draußen. Dabei macht er den Raum ein kleines bisschen wärmer. Die dabei eingesetzte elektrische Energie wird letztlich in Wärme umgewandelt. Ist es im Inneren kühl genug, schaltet der Thermostat das Aggregat ab. Nur noch ab und zu wird ein bisschen nachgekühlt, wenn – insbesondere durch die Tür – Wärme ins Innere dringt.

Steht die Tür dagegen dauerhaft offen, gleicht sich der Temperaturunterschied zunächst wieder aus, und es wird geringfügig kälter im Zimmer. Dann aber versucht der Kühlschrank, die eingedrungene Wärme im Inneren wegzuschaffen, allerdings vergeblich. Das Kühlaggregat läuft dann ständig auf Hochtouren. Und die Abwärme seines Motors heizt den Raum kräftig auf – vorausgesetzt, dieser ist einigermaßen gut isoliert.

Anders verhält es sich natürlich bei Klimaanlagen: Die schaffen die Wärme tatsächlich aus der Wohnung hinaus.

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