Muss das sein? Wie Janina und Felix den Hindernislauf durch Eiswasser und Dreck erlebt haben

Felix: Der größte Reiz ist, dass man es einmal gemacht hat, geschafft hat. Und ein "Tough Mudder" ist nicht so langweilig wie ein Marathon. Deswegen habe ich mich angemeldet: um ein Ziel zu haben, auf das ich hintrainieren kann.

Janina: Meine Freundinnen würden nicht beim Tough Mudder mitmachen. Viel zu viel Schlamm, sagen sie. Aber ich fand die Schlammhindernisse am besten. Auch wenn man den Matsch danach überall hatte, im Gesicht, in den Ohren, im Mund.

Felix: Zwischen den Hindernissen haben wir Schlammschlachten gemacht. Das war mehr Spaß als Sport. Ich dachte, es wäre anstrengender.

Janina: Am schlimmsten war die Kälte. Als wir durch das Becken mit den Eiswürfeln mussten, habe ich so gefroren. Abtrocknen konnte man sich nicht, und wir mussten sofort weiter, durch den Wald laufen. Ans Aufgeben habe ich nicht gedacht. Aber neben der Strecke saßen Leute mit Wärmedecken. Die haben aufgehört, weil ihnen zu kalt war.

Felix: Ich habe dauernd neue Leute kennengelernt. Nur Mädels habe ich wenige gesehen, das war auffällig. Es gab eine ziemlich hohe Mauer, an der man sich aufeinanderstellen musste, um drüberzukommen. Da habe ich mich Stück für Stück hochgearbeitet: Erst stand ich ganz unten und habe Leute auf meinen Schultern stehen lassen. Dann war es umgekehrt.

Janina: Eigentlich mag ich keine Wettkämpfe, obwohl ich sieben Stunden Sport in der Woche mache. Den Tough Mudder bewältigt man nur in Teamarbeit. Wenn nicht jeder jedem hilft, wird das nichts. Der Zusammenhalt war toll.

Felix: Als wir durch die 10.000-Volt-Absperrung gelaufen sind, hat es einen Kumpel von mir richtig zusammengezogen. Seine Muskeln haben einfach schlappgemacht. Komisch, ich habe von dem Stromschlag nichts gespürt.

Janina: Ich war so voller Adrenalin, dass ich auch nichts gemerkt habe. Aber als wir so eine rutschige Rampe hochmussten, hatte ich fast keine Kraft mehr. Zum Glück saßen oben Leute, die mich hochgezogen haben.

Felix: Nach dem Wettlauf habe ich meine Mutter angerufen. Die wollte wissen, ob ich noch lebe.