Rauchen gefährdet die Gesundheit – das ist keine ganz neue Erkenntnis. Dass Zigaretten aber die Zähne ausschlagen und zu Brandwunden führen können, ist bisher eher unbekannt. Zumindest wusste es ein 20-jähriger Kölner wohl nicht, als er sich im Januar Ersatzteile für seine elektrische Zigarette kaufte, unter anderem einen neuen Akku. Noch im Laden baute er diesen in seine E-Zigarette ein. Das hätte er nicht tun sollen: Der erste Zug ließ den Akku explodieren. "Das Opfer erlitt schwere Schnitt- und Brandverletzungen. Zudem verlor es durch die Detonation mehrere Zähne", schrieb die Kölner Polizei.

Der junge Kölner ist nicht der Einzige mit solcher Art von Erlebnissen. Berichte über die brandgefährlichen Eigenschaften der batteriegetriebenen Zigaretten häufen sich. Immer wieder wird von schweren Brandverletzungen, abgerissenen Fingern, Kieferbrüchen und Verätzungen durch die Batteriesäure berichtet, vor allem in den USA. Ein junger Amerikaner zum Beispiel erlitt nicht nur schwere Brandverletzungen im Gesicht und im Mundraum, sondern verlor auch den halben linken Zeigefinger nach der Explosion einer E-Zigarette. Nun hat er eine Klage über mehrere Millionen US-Dollar Schmerzensgeld angestrengt. Und auf einem Überwachungsvideo einer Tankstelle sieht man, wie plötzlich eine Stichflamme aus der Hosentasche eines Kunden schießt. Trotz der Geistesgegenwart eines Mitarbeiters war eine tiefe Brandwunde nicht zu verhindern.

Man könnte nun einwenden, dass es mit der herkömmlichen Zigarette eine weniger explosive Variante gibt. Die langfristigen Folgen des Rauchens sind zwar unangenehm bis tödlich, allerdings sind sie zumindest langfristig. Zudem muss man nicht jeden Tag den Nervenkitzel ertragen, sich eine kleine Granate zwischen die Lippen zu führen oder sie "like a rocket in my pocket" ( arznei-telegramm) dort stecken zu haben, wo eine Explosion eine nachfolgende Generation auslöschen kann.

Doch was bringt die E-Zigaretten überhaupt dazu, in die Luft zu gehen? Es ist die Bauweise der Lithium-Ionen-Akkus, die in E-Zigaretten genauso eingebaut sind wie in Elektroautos, Handys und vielen weiteren mobilen Geräten, die viel Strom benötigen. In den Akkus schwimmt eine hochentzündliche und explosive Flüssigkeit. Wird die zu heiß, oder ist die angelegte Spannung zu hoch, dann dehnt sie sich aus, verdampft – und die Akkus explodieren. Egal ob in der E-Zigarette oder im Samsung-Handy. Wobei die in den E-Zigaretten aufgrund ihrer Form und Bauweise noch gefährlicher sind: Bei der Explosion wird die gesammelte Kraft in eine Richtung konzentriert, und zwar entweder genau in den Mund oder in die entgegengesetzte Richtung (wenn es gut läuft).

Nun klingen die Probleme mit der E-Zigarette recht dramatisch. Sie sollten allerdings in den Griff zu bekommen sein. Denn die Hersteller sind dazu verpflichtet, Sicherheitsmaßnahmen in ihre Schaltkreise einzubauen. Überhitzungen, zu hohe Spannungen und Kurzschlüsse können so verhindert werden. Eine Rückrufaktion wie die von Samsung mit dem Galaxy Note 7 scheint also wohl nicht nötig zu sein. Wichtig ist aber, zusammenpassende Komponenten vom selben Hersteller zu verwenden. Vor allem sollte man den Akku nicht mit einem herstellerfremden Ladegerät bis zur Weißglut reizen. Und man sollte sich nicht allzu sicher fühlen, was die langfristigen Folgen angeht: Das Inhalieren per E-Fluppe kann schwerwiegende Konsequenzen haben. Krebserzeugende Stoffe finden sich auch im E-Nebel, einige davon sogar in höherer Konzentration als im Rauch der Tabak-Zigarette.