Ich bin auf den Namen Elfi getauft, nicht Elfriede. Ich habe nur diesen einen Vornamen mit vier Buchstaben. Meine Eltern haben vier Kinder in die Welt gesetzt, für alle wollten sie einen kurzen Namen, den man sich schnell merken kann und der nicht so gewöhnlich ist.

Ich hab das anfangs gar nicht mitgekriegt, dass die Elbphilharmonie auch Elphi genannt wird. Ich verbinde mit einem Namen wie Elphi eher Kinderkonzerte. Aber ich finde das nett. Mein Mann ist pensionierter Geiger im NDR Sinfonieorchester, das ist ja nun umbenannt worden in NDR Elbphilharmonie Orchester. Durch das Orchester haben wir früh mitbekommen, dass die Elphi startet. Wir waren von Anfang an beide überzeugt davon, dass das eine tolle Sache ist. Deshalb haben wir auch für den Bau des Konzerthauses gespendet.

Als Dankeschön an die Förderer konnte man sich ein Plakat bestellen mit dem eigenen Namen. Das hat mein Mann mir zum Geburtstag geschenkt, es hängt seitdem bei uns im Flur. Darauf steht: "Die Elfi Mansfeld-Deneke Philharmonie".

Eigentlich bin ich gar kein schneller Kosenamen-Abkürzer. Für mich ist die Elbphilharmonie die Elbphilharmonie, das bleibt erst mal so.

Wenn ich an Konzerte denke, fällt mir immer noch zuerst die Laeiszhalle ein, ich gewöhne mich schwer um. Ich bin selbst Geigerin, aber nur Amateurgeigerin, und habe seit Studentenzeiten immer wieder mit dem Orchester in der Laeiszhalle gespielt. So ist sie mir über die Jahre ans Herz gewachsen. Sie hat eine sehr gute Atmosphäre, eine gute Akustik, sie ist gut erreichbar. Aber hinten im Umkleidebereich drängeln sich alle in zwei Garderoben, auch die Toilettensituation ist furchtbar. Die Elbphilharmonie ist eine ganz andere Liga. Ein bisschen nostalgisch bin ich schon, was die Laeiszhalle angeht. Es wäre schön, wenn die in Zukunft nicht untergeht oder ein zweitklassiges Haus wird.

Ich habe mich bei vielen Gewinnaktionen um Tickets beworben, für die Besichtigung der Plaza, für Eröffnungskonzerte. Bisher ist daraus nichts geworden. Mein Mann und ich haben natürlich ein Sinfonieorchester-Abo. Diese Saison ist es geteilt: Drei Konzerte finden noch in der Laeiszhalle statt, fünf dann ab 2017 in der Elbphilharmonie. Das ist ganz gut, dann kann ich mich langsam von der Laeiszhalle verabschieden und am 15. Januar das erste Mal den Konzertsaal der Elbphilharmonie betreten. Ich freue mich schon so!

Klar kann ich die Leute verstehen, die sagen: Hamburg hat andere Probleme und sollte das Geld lieber woanders investieren. Ich arbeite selber im Personalmanagement für fördern & wohnen, das Unternehmen, das die Flüchtlinge in der Stadt unterbringt. Deswegen kenne ich auch die Argumente gegen die Elbphilharmonie gut. Ich glaube aber trotzdem, dass Kultur sich langfristig immer lohnt.

Es ist wichtig, dass auch Menschen in die Elbphilharmonie kommen, die nicht 50 oder 100 Euro für eine Karte zahlen können. Meine Eltern zum Beispiel, sie haben nicht viel Geld. Es muss immer ein Kontingent geben, über das auch Menschen reinkommen, die nur über eine kleine Rente verfügen oder knapp bei Kasse sind. Die Elbphilharmonie muss ein Haus für alle sein.