Die Black Eyed Peas waren auch da. Die richtigen, schwarz glänzend und scharf. Dazu: Jerk Chicken (Huhn, mariniert mit Chili, Nelke und Piment) und Curry Goat. "Nein, ist keine Ziege", entschuldigt sich die Köchin. "Nur Rind. Schwer, eine Ziege aufzutreiben zurzeit."

Rosie Oduro-Opuni steht auf dem Balkon des 13. Stocks (eines kleinen Clubs in der Schanze), wendet zärtlich die Hühnerkeulchen auf dem Grill. Drinnen tuckert der Bass über den Dancefloor. Kenny B. feiert 75. Geburtstag. In den Achtzigern kam er von den Kaimaninseln nach Hamburg, arbeitete in jeder Kaschemme, wo man einen DJ brauchte, der wusste, wie Funk geht.

In den Neunzigern wurde Kenneth Boothe, so sein bürgerlicher Name, zum lokalen Rundfunkstar. Kenny B.’s Groove und Kenny B.’s Open Groove: Vor dem gläsernen Studio von Radio Hamburg tanzten die Leute, wenn Kenny B. auflegte.

Die Gratulanten an diesem Abend: Robbie Smith, lange Zeit Schlagzeuger von Roger Cicero; mit seinem Kopftüchlein und der markanten Brille erinnert er an einen modisch leicht derangierten Spike Lee. "Ich kenne Kenny seit 32 Jahren", sagt er und legt die Hände auf die Brust. "Eine Herzensangelegenheit."

Frank Eitze, ganz in Schwarz und braun gebrannt, als seien die eighties nie vorbeigegangen. Erinnert sich noch jemand an seinen herrlichen Plattenladen Rocco am Gänsemarkt? Natürlich: alle, die Soul lieben und nach einer halben Stunde Saturn Kopfschmerzen haben.

Und ist das nicht Carl Douglas, 74, der Sänger von Kung Fu Fighting? Tatsächlich. Cargo-Hosen, Sportpulli, Goldkette. Betritt die Tanzfläche, lässig wie ein B-Boy, und wenn das keine stimmige Verbindung von Breakdance und Rumstehen ist, dann weiß man auch nicht.

Der Groove der Old School. Glückwunsch.