Der Künstler Boran Burchardt will ein Backsteinhaus auf der Veddel mit Blattgold überziehen, die Kulturbehörde gibt ihm dafür 85.622 Euro. "Deutschkurse für Flüchtlinge, Jugendbildung, Stadtteilkultur – was könnte man mit dem schönen Geld Sinnvolles machen!", sagen jetzt die einen. Die anderen: "Jetzt wird wieder Kultur gegen Soziales ausgespielt!"

Eine Goldwand im Armenviertel, damit lege der Künstler "den Finger in die Wunde", verteidigt eine Museumschefin, ein Theatermann entgegnet: "Diesen kolonialen Gestus des Künstlers, auf irgendwelche sozialen Schieflagen hinweisen zu wollen, braucht niemand." Kurzum: Der Streit spaltet die Stadt. Familien zerbrechen, Nachbarn hassen sich, selbst alte Facebook-Freunde grüßen sich nicht mehr.

Ist das vielleicht der Zweck der Aktion? Die Goldwand wird zum Politikum, just in dem Moment, wo ganz Hamburg im Elphi-Glückstaumel schwelgt und keiner mehr fragt, was man mit den 789 Millionen Euro Baukosten alles hätte machen können.

Wenn da mal nicht die USA ihre Finger mit im Spiel haben: Kulturförderung als Mittel der Demoralisierung, das kennt man. Schon John Cage und Jackson Pollock wurden von der CIA gesponsert. Vorsicht, Hamburg!