Auch breit aufgestellte Ökofonds eignen sich für alle, die ein begrenztes Risiko suchen und nicht die maximal mögliche Rendite. Man sollte sie aber von spezialisierten Fondsgesellschaften kaufen, etwa von Ökoworld, dessen Klassikerprodukt heißt Ökoworld Ökovision. Strenge Ökofonds wählen nur Firmen aus, die mit umweltfreundlichen Produkten ihr Geld verdienen und hohe Öko- und Sozialstandards einhalten – bei Ökoworld etwa entscheidet ein mehrköpfiger Anlageausschuss über die Auswahl. Ähnlich geht der Schweizer Anbieter Swisscanto vor.

Andere Fonds legen weniger strenge Maßstäbe an, etwa der Fonds Sustainable Equity von der Schweizer Bank Sarasin, in dem auch Papiere von internationalen Großunternehmen stecken, die nicht explizit nachhaltige Produkte herstellen, sich aber über die Standards hinaus für die Umwelt einsetzen – also etwa die Deutsche Telekom und die Pharmagiganten Roche und Sanofi. Wie öko man das findet, muss jeder selber entscheiden.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Fonds, die Worte wie "öko", "nachhaltig" oder "New Energy" im Namen tragen. Mitunter legen sie den Nachhaltigkeitsbegriff sehr weit aus, etwa der UniNachhaltig Aktien Global von Union Investment, in dem sich auch Aktien von adidas, dem Ölkonzern Statoil, von Intel und Accenture finden.

Wer mehr Zeit für die Pflege des Depots aufwenden kann, kann auch einzelne Aktien, Themenfonds oder Zertifikate in sein Depot mischen. Sie können zwar höhere Kurssteigerungen bringen als ein Fonds mit vielen verschiedenen Anteilen, aber eben auch stärkere Ausschläge nach unten. Besondere Vorsicht ist bei direkten Beteiligungen an Ökounternehmen über Genussscheine oder geschlossene Fonds geboten. Sie versprechen oft hohe Renditen, sind aber teuer und enden mitunter mit einem Totalverlust.

4. Lektion: Auf die Herkunft achten

Es gibt eine Vielzahl von Experten, die grüne Geldanlagen regelmäßig begutachten, etwa im Hinblick auf das Verlustrisiko oder darauf, welche Erträge sie in der Vergangenheit abgeworfen haben. Sie vergeben auch Siegel für geprüfte Nachhaltigkeitsfonds, etwa das FNG-Siegel vom Forum nachhaltige Geldanlage. Es ist in Zusammenarbeit mit dem Sustainable Business Institute (SBI) entstanden, auf eine Initiative des Bundesfinanzministeriums hin, und setzt im deutschsprachigen Bereich die Vorgaben des europäischen Dachverbands für nachhaltige Geldanlage um. Mit den Siegeln ist es wie bei den Biosiegeln auf Lebensmitteln: Man kann damit sicher sein, dass die Produkte ökologische Kriterien erfüllen – beim FNG sind es eine ganze Reihe von Mindeststandards. Dass die Produkte am Ende die gewünschte Rendite bringen, das garantieren sie nicht.

5. Lektion: Hegen und pflegen

Allerdings schneiden die grünen Geldanlagen auch nicht per se schlechter ab als herkömmliche Produkte. Das belegt eine Vielzahl von Studien von Unternehmen wie Mercer, Deutsche Bank, Allianz Global Investors und von Hochschulen. Im Gegenteil: Es zeigte sich häufig, dass nachhaltige Unternehmen im Wettbewerb besser aufgestellt waren, weniger riskant agierten und sich an der Börse besser entwickelten. Im Schnitt, das zeigen Auswertungen der Deutschen Gesellschaft für Performancemessung und von Fondsgesellschaften, wachsen die Gewinne von Grünanlegern mit breit aufgestellten Fonds etwa 1,5 Prozentpunkte schneller als die klassischer Anleger. Zum Beispiel der Natur Aktien Index (NAI), der in den vergangenen zehn Jahren auf eine Rendite von 8,1 Prozent jährlich kam. Der Dax schaffte nur 7,3 Prozent. Seit 1997 wuchs der NAI sogar um sagenhafte 756 Prozent, 34 Prozent pro Jahr, der Dax nur um 12 Prozent jährlich. Höchste Zeit also, ein Klischee auf den Kompost zu werfen: den Gedanken, dass Anleger für die gute Geldanlage auf einen Teil ihrer Rendite verzichten müssen.