Kaum hat der FC Bayern München durch eine Hinterlist des Zufalls die Tabellenführung in der Bundesliga verloren, da fallen die Bluthunde der Fußballpresse über die Bayern-Spieler her, zerfressen von Neid und Missgunst, hässlich und wie stets von oben herab. Die Bayernhasser schreien "Geldsackfußball", und schon rast die Meute los, gejagt von den niederen Dämonen der gemeinen Welt, ohne Sinn für Glanz und Größe. Alles Edle und Vornehme des FC Bayern zieht sie in den Dreck, sie zieht es herab auf das Merkeldeutschlandmittelmaß – auf die Standardsituationen ihres normalmuffigen Fußballvereinslebens mit Achselschweiß und Kohlgeruch.

Bleiben wir höflich: Die schreibenden Trillerpfeifen der Systemsportpresse besitzen das Taktgefühl einer Eckfahne; der Elfmeterpunkt ist die bleiche Sonne ihres geistigen Universums, klein, kalt und ungerührt, auf Rasenhöhe null und immer an derselben Stelle. Psychologen wissen es schon lange – die Fußballwelt hasst die Bayern nur deshalb, weil sie Bayern sind und keine kanariengelben Dortmunder, die sich von Fritten und Currywurst ernähren, mal mit Ketchup, mal mit Mayo und sonntags sogar mit beidem. Münchner dagegen haben Tradition und Kultur, sie kennen ihren Jean Baptiste Racine, den großen französischen Dichter, und demütig folgen sie seinem Rat: Versöhne die Ehre mit dem Geld, und dir gehört die halbe Welt. "Ohne Geld ist die Ehre nur eine Krankheit".

Nie wird die Welt verstehen, dass der FC Bayern München auch dann gewinnt, wenn er verliert, denn er spielt in einer Liga, von der sterbliche Menschen nichts wissen. Noch in der Niederlage beweist er seine Größe, und nur Unwissende können sagen, mit den Bayern gehe es bergab, seitdem Uli Hoeneß im Gefängnis eingesessen und Kaiser Franz Beckenbauer gelogen hat. Tatsächlich steht ein Kaiser über dem Recht, weshalb er gar nicht lügen kann, selbst wenn er es wollte. Ein Kaiser hat seine eigene Wahrheit, und im nördlichen Ruhrgebiet, wo in der Ferne die Wasserschlösser des Münsterlandes im aristokratischen Glanze traurig leuchten, hat man das einmal gewusst, heute weiß man es nicht mehr. Wie Kaiser Franz, so hat sich auch Uli Hoeneß nichts zuschulden kommen lassen, denn nicht er hat mit dem Geld spekuliert, sondern dieses hat mit ihm spekuliert. Heimtückisch verführte das Geld den einen Mann, von dem es heißt, seine Seele sei hauchzart wie Edelweiß, und deshalb sollte die Welt diese Geschichte rasch vergessen, denn die Welt hat den FC Bayern ohnehin nicht verdient, nicht heute und auch nicht morgen.

FINIS