Als sie hereinkommt, denkt man: riesig. Im Sinne von: unglaublich groß. Dann steht man vor ihr und ist überrascht, dass man ihr direkt in die Augen sehen kann, ohne den Kopf zu heben. Ihr Blick ein leuchtendes Blau mit einem Hauch Platin. Eveline Hall, 70 Jahre, Model. Gerade ist sie für Jean Paul Gaultier gelaufen.

"Ja, der hat sich auch vertan!", sagt sie, und die Augen funkeln noch ein wenig mehr. "Ich bin nur 1,74 Meter groß, habe aber drei Meter lange Beine." Man schaut unwillkürlich an ihr herab. Das eng anliegende Wollkleid geht an den Waden in ein Band durchbrochener Spitze über. Wolle und Spitze, toller Kontrast. Ob ihr Kleid aus Kaschmir ist? Anfassen wäre ein Fauxpas, klar, andererseits: ist ja Recherche. Herrje, was denkt man denn da zusammen! Und wie lange starrt man nun eigentlich schon auf diese Beine?

Aber dann packt sie einen an der Schulter, so ein Kung-Fu-Griff, mit dem im Agentenfilm der Gegner in Sekundenschnelle in eine Ohnmacht befördert wird. Hier wirkt er jedoch wie eine Stabilisierung, zack, man steht stramm, und da ist wieder ihr Blick. Ein Funke Kobalt hat sich hineingemogelt. "Ich komme ins Kino", sagt sie. "Meine erste Rolle, und gleich Hollywood."

Wer führt Regie? Wer spielt noch mit?, will man fragen, aber da wird sie von einem Muskelberg in Beschlag genommen und ist weg.

Man streunt umher im neu gestalteten Entree des Alsterhauses. Eröffnungsgala, 300 Gäste. Die Handtaschen sind in der Überzahl. In einer Vitrine ein Modell mit künstlichen Brandlöchern. Raucht Eveline eigentlich?, fragt man sich auf dem Weg nach draußen.

Oh! Tolles Catering dank original englischer Tee-Bar mit Scones und Sandwiches

No! Das Licht im neu gestalteten Alsterhaus-Entree: Der Charme des Duty-free-Shops

Wer noch da war: Dennis Diekmeier, Mario Galla, Hannelore Lay, Peter Lohmeyer, Nova Meierhenrich, Nandini Mitra, Sandra Quadflieg