Beyoncé im Film zu "Lemonade" © Screenshot YouTube/HBO

Großer Star

The Magnetic North: Prospects of Skelmersdale (Full Time Hobby)
Teatime-Soundtrack für verdöste Sonntagnachmittage von der Band des Ex-The-Verve-Gitarristen
(Christoph Dallach)

A Tribe Called Quest: We Got It From Here ... Thank You For Your Service (Sony)
Ein Wiedervereinigungsabschiedswerk als famose Retrospektive und Ausblick des Hip-Hop
(Jan Freitag)

Solange: A Seat At The Table (Columbia)
Endlos eleganter Sonntagmorgen-Soul über Haare, Familie und schwarzen Alltag im Amerika der Weißen
(Daniel Gerhardt)

Vivaldi: The Four Seasons: Shunske Shato, Ltg. (Berlin Classics/ Prego)
Concerto Köln würzt ein abgenudeltes Stück improvisatorisch neu – und lässt es köstlich duften
(Wolfram Goertz)

Beyoncé: Lemonade (Sony Music)
Geschichtskurs, Emanzipations-Oper, Abrechnung mit dem untreuen Mann. Präsentiert als furioser Mix aus Soul, Hip-Hop, Country
(Daniel Haas)

Die Geigerin Carolin Widmann © Lennard Ruehle

Mendelssohn/Schumann: Violinkonzerte Carolin Widmann, Chamber Orchestra of Europe (ECM)
Die Solistin erkundet beide Werke intensivst von innen
(Volker Hagedorn)

Meredith Monk: On Behalf of Nature Vocal Ensemble (ECM)
Musik und Ökologie? Die große Dame der vokalen Performancekunst zeigt, wie tiefernst und schön das sein kann
(Christine Lemke-Matwey)

PJ Harvey: The Hope Six Demolition Project (Island Records)
Mit Punkrock und Jazz gegen gescheiterten sozialen Wohnungsbau: Nur sie kann das so dramatisch kunstvoll
(Pinky Rose)

Cherry, Tchicai, Schweizer, Francoli, Favre: Musical Monsters (intakt)
Live in Willisau 1980, frei und schön gespielt, nicht nur vom legendären Don Cherry
(Ulrich Stock)

Bon Iver: 22 A Million (Jagjaguwar)
Vocoderspielereien und Popdekonstruktionen: Der Halbgott der Indiegemeinde präsentiert den Kryptojux des Jahres
(Rabea Weihser)

Rihanna: Anti (Universal)
Die Kronprinzessin schludert ihr achtes Album hin und definiert, wo populäre Musik 2016 steht: zwischen Kunst, Fashion, Instagram und Yeah
(Lars Weisbrod)

Kanye West: The Life of Pablo (GOOD)
Der größte Popstar seit Jesus (ca.) hat sein finsterstes, schönstes, fiesestes, traurigstes, hoffnungsvollstes Album aufgenommen. Nur leider hat wegen der blöden Streaming-Politik niemand zugehört. (Fabian Wolff)

Junges Talent

Die Londonerin Kate Tempest © Neil Gavin

Junges Talent

Kate Tempest: Let Them Eat Chaos (Fiction)
Die junge Britin versteht sich auf Shakespeare so gut wie auf Hip-Hop. Elektrisierende Songs. So kann sie weitermachen
(Christoph Dallach)

Whitney: Light Upon The Lake (Secretly Canadian)
Der beste Westcoast-Folk'n'Roll seit den Beach Boys, geschaffen von ein paar Chicagoer Slackern mit Falsett und Bläsern
(Jan Freitag)

Joey Purp: iiiDrops (Eigenveröffentlichung)
Versaut, verdrogt, versiert: Das beste Rap-Album des Jahres gelang einem Rookie aus Chicago, dessen größte Stärke der Spaß am gesprochenen Wort ist.
(Daniel Gerhardt)

Christina & Michelle Naughton: Visions (Warner)
Kluge Familienplanung führt hier zu Bach, Messiaen und Adams’ grandiosem "Hallelujah Junction"
(Wolfram Goertz)

Haiyti aka Robbery: Nightliner (bisher nur bei iTunes)
Falco, der klingt wie Nina Hagen, dazu Beats, dass die Gehärgänge zittern: die 25-jährige Rapperin Haiyti
(Daniel Haas)

Enescu/Dvořák/Schumann: Werke für Violine und Klavier Caroline Goulding, Danae Dörken (Ars Production)
So viel Klarheit, Klugheit und Spannung sind selten
(Volker Hagedorn)

Der junge koreanische Pianist Seong-Jin Cho © Harald Hoffmann/Deutsche Grammophon

Chopin: Piano Concerto No. 1, Seong-Jin Cho, London Symphony Orchestra, Gianandrea Noseda (DGG)
Der 21-jährige Koreaner ist Sieger im Chopin-Wettbewerb 2016 – zu Recht!
(Christine Lemke-Matwey)

Jamila Woods: HEAVN (Closed Sessions)
Die Stimme der Afroamerikanerin ist voller Soul. Kopf und Herz sind voller Protest. Ihr Hip-Hop ist Trost und Hoffnung
(Pinky Rose)

Angelika Niescier & Florian Weber: NYC Five (intakt)
Gleich zwei neue Talente an Saxofon und Klavier! New Yorker Jazz im Quintett, Musiker aus Polen und Osnabrück
(Ulrich Stock)

Yung Hurn: Krocha Tape (bisher nur hier)
Mit Anfang 20 hat er Deutschrap neu erfunden und Punk wiederbelebt. Vorbild: John Cage. Aber in krass
(Lars Weisbrod)

Car Seat Headrest: Teens of Denial (Matador)
Will Toledo aus Virginia hat mit kaum 24 schon ganze Plattenläden durchgehört und macht daraus eine ganz unweinerliche und witzige Power-Pop-Rock-Platte.
(Fabian Wolff)

Neue Interpretation

Der Jazzsänger Roger Cicero starb im März im Alter von 45 Jahren. © Matthias Bothor

Neue Interpretation

Karl Blau: Introducing Karl Blau (Bella Union)
Zehn Country-Klagelieder der Siebziger, leidenschaftlich aufbereitet zu filigraner Mitternachtsmusik für heute
(Christoph Dallach)

Bobby Hebbs Sunny (Trocadero)
Hommage diverser Künstler an ein One-Hit-Wonder, das hier zugleich noch in seiner gesamten Schaffenskraft neu aufgelegt wird. (Jan Freitag)

Alles: Ganz Egal (Tutnichtszursache)
Hauptsache nicht das neue Rolling-Stones-Album.
(Daniel Gerhardt)

Murray Perahia: Bach (DGG)
Die Französischen Suiten werden oft unterschätzt. Großpianist Perahia fährt in die Mine Bach ein – und zaubert pures Gold hervor
(Wolfram Goertz)

Roger Cicero: The Roger Cicero Jazz Experience (Sony Music)
Nick Drake covern und Nat King Cole? Er schnalzte und schmelzte das zurecht wie kein anderer deutscher Sänger
(Daniel Haas)

Der Dirigent Nikolaus Harnoncourt starb, ebenfalls im März, im Alter von 86 Jahren. © Barbara Gindl/dpa

Objets Trouvés Viviane Chassot, Akkordeon, Martin Mallaun, Zither (Genuin)
Dieses Duo trifft Dowland, Ligeti, Piazzolla auf Augenhöhe – und den Hörer mitten ins Herz
(Volker Hagedorn)

Bedřich Smetana: Ma vlást Bamberger Symphoniker, Jakub Hrůša (Tudor)
Der neue Chefdirigent der Bamberger rettet die "Moldau" aus den Untiefen der Sentimentalität
(Christine Lemke-Matwey)

Blond:ish: Welcome To The Present Remixe(Kompakt)
Die Neufassungen zaubern einen exotischen One-World-Folk aus dem Deep House der zwei coolen Blondinen
(Pinky Rose)

Ka Ma Quartet: A Love Supreme / Universal Tone (Neuklang)
Die deutsche Saxofonistin Katharina Maschmeyer greift Coltranes Klassiker mit Jazzrock an
(Ulrich Stock)

Jochen Distelmeyer: Songs from the Bottom (Four Music)
Der Ex-Blumfeld-Sänger spielt seine Lieblingssongs nach. Wahnsinn, was er aus Britney Spears’ Toxic macht
(Lars Weisbrod)

Nikolaus Harnoncourt, Beethoven: Missa Solemnis (Sony Classical)
Die Aufnahme aus dem Nachlass des großen Dirigenten schafft den Spagat zwischen Akribie und Lebensfülle und lässt die Messe wie eine menschliche Grenzerfahrung klingen. (Fabian Wolff)

Geheimtipp

Die Sängerin Eleanor Friedberger © French Kiss

Geheimtipp

Friedrich Sunlight: Friedrich Sunlight (Tapete)
In frostigen Zeiten ist das Debüt der Augsburger eine Wohltat. Federleichter Pop, wie er Deutschen nur selten glückt
(Christoph Dallach)

.Klein: Bengal Sparks (Spezialmaterial) Mit seinem funkigem Hip-Hop-Rock macht der Multiinstrumentalist Lutz Nikolaus Kratzer jeden Kellerclub zur Großraumdisco
(Jan Freitag)

Eleanor Friedberger: New View (French Kiss / H’Art)
Good old songwriting
von einer ewig unterschätzten Musikerin mit Fleetwood-Mac-Faible, sprachverliebten Texten und wunderschönen Hochwasserhosen
(Daniel Gerhardt)

Amadeus Quartet: Romanticism (audite)
Das ist der Mutterboden, auf dem alles gedieh. Die Amadeus-Leute setzen Maßstäbe bei Brahms, Schumann und den anderen    (Wolfram Goertz)

Yussef Kamaal: Black Focus (Brownswood/rough trade)
Drum ’n’ Bass ist wieder da – in dieser sportlich-muskulösen Jazzversion aus London. Ideal für den Durchhänger
(Daniel Haas)

Die finnische Jazzcombo Oddarrang © edition

Debussy: Chamber Music Kuijken Ensemble (Arcana)
Der barock geschulte niederländische Musikerclan legt bei Debussy die Farbrede frei. Adieu, Schwurbel!
(Volker Hagedorn)

Tõnu Kõrvits: Mirror Anja Lechner, Tallinn Chamber Orchestra, Tõnu Kaljuste (ECM)
Nirgends wird so innig musiziert wie in Estland, auch auf dem Cello
(Christine Lemke-Matwey)

A Tribe Called Red: We Are The Halluci Nation (Radicalized Records)
Ottawas indigene DJs rufen mit fetten Beats und First-Nations-Hymnen zum Pow Wow – Euphorie pur!
(Pinky Rose)

Oddarrang: Agartha (edition)
Fünf jazzaffine Finnen an der Grenze zwischen Easy Listening und Uneasy Listening, melodisch, psychedelisch, ambientalisch
(Ulrich Stock)

John K. Samson: Winter Wheat (Epitaph)
Der Mann ist 43, Kanadier, Kommunist und schreibt die traurigsten Lyrics der Welt. Auch traurig: dass er noch Geheimtipp ist
(Lars Weisbrod)

Noname: Telefone (Eigenveröffentlichung)
Aus Chicago, der aktuellen  Hauptstadt des Rap, kommt die junge Noname, die auf ihrem Mixtape wie selbstverständlich Alltag und Abenteuer mischt, und das über unaufdringlich geschmackvolle Beats.
(Fabian Wolff)

Gute Unterhaltung

Peter – ehemals Pete – Doherty ist jetzt erwachsener. © Clouds Hill

Gute Unterhaltung

Lemon Twigs: Do Hollywood (4AD)
Überkandidelte Popsongs von einem jungen Duo aus Long Island, das mit Softpop und Glamrock jongliert und zaubert
(Christoph Dallach)

Peter Doherty: The Hamburg Demonstrations (Clouds Hill)
Auf seinem Grundpegel Heroin feiert das fröhlichste Wrack des Britrock in Hamburg die Analogie
(Jan Freitag)

Blood Orange: Freetown Sound (Domino)
Sexy Nacht- und Protestmusik vom neuen Michael Jackson: Devonté Hynes bringt Black Lives Matter, Feminismus und Gottesfurcht zum Tanzen.
(Daniel Gerhardt)

Eva Mattes liest "Rapunzel" (Edition See-Igel)
Märchen mit klassischer Musik – die wunderbare Serie bietet auch diesmal die Brüder Grimm ohne jeden Grimm
(Wolfram Goertz)

Jacques Palminger: Spanky und seine Freunde (Staatsakt/Universal Music)
Easy Listening mit mild- grotesker Lyrik – bekiffter Ringelnatz mit dem Sound von Henry Mancini
(Daniel Haas)

Nils Frahm (rechts) und seine Band Nonkeen © Nonkeen

Orfeo chamán L’arpeggiata, Christina Pluhar, Ltg. (Erato/Warner)
Funkelnder Musiktheatermix aus Frühbarock und Ethno, taufrisch an der Kitschgrenze
(Volker Hagedorn)

Pretty Yende: A Journey Orchestra Sinfonica della RAI, Marco Armiliato (Sony)
Alles, was die Wundersopranistin aus Südafrika singt, klingt flaumfederleicht
(Christine Lemke-Matwey)

Deluxe: Stachelight (Chinese Man Records)
Der lateinamerikanische Hüftschwung im R'n'B-Funk dieses Sextetts aus Frankreich lässt jede Party vibrieren
(Pinky Rose)

Nonkeen: Oddments of the Gamble (R&S)
Herumtreiber-Jazz, der aus Berlin kommt und nirgendwohin will, mit Nils Frahm als Herantastenmann
(Ulrich Stock)

AnnenMayKantereit: Alles Nix Konkretes (Universal)
Alle haben auf den Wohlfühl-Poprock der Kölner Hype-Band geschimpft. Am Ende des Jahres tut Wohlfühl dann sehr gut
(Lars Weisbrod)

Anderson.Paak: Malibu (Empire)
Pop, Hip-Hop, R'n'B, ganz egal: Anderson.Paak macht alles auf einmal. Wenn "Sommerplatte" nicht so ein furchtbares Wort und das Album nicht schon im Januar erschienen wäre, Paak hätte einen richtigen Juli-Klassiker geschrieben.
(Fabian Wolff)

Edition, CD-Box

Illustration von Stanley Donwood zu Radioheads "A Moon Shaped Pool" © XL

Edition, CD-Box

Human League: A Very British Synthesizer Group (Universal)
Als Wegbereiter der vollelektronischen Popmusik werden diese Briten aus Sheffield immer noch unterschätzt
(Christoph Dallach)

Jean Michel Jarre: Electronica Vol. 1&2 (Columbia)
Die Anthologie vom Père de Dieu elektronischer Musik als Deluxe-Version voller Gaststars in vierfachem Vinyl
(Jan Freitag)

Radiohead: A Moon Shaped Pool (XL / Beggars / Indigo)
Großes Buch mit bunten Bildern vom Radiohead-Hauskünstler Stanley Donwood und Originaltonbandfetzen drum herum. Warum nicht!
(Daniel Gerhardt)

Reger: Orgelwerke (cybele, 17 SACD)
Martin Schmeding auf wunderbaren Orgeln der Reger-Zeit: Das klingt bombastisch, virtuos und voller saftiger Farben
(Wolfram Goertz)

Impulse! 1961–1974 (Impulse/ Universal Music, 25-CD-Box)
Von Art Blakey bis Alice Coltrane – ein prächtiger überblick von Bebop bis Modern und Free Jazz
(Daniel Haas)

Marie Jaëll: Musique symphonique. Musique pour piano (Singulares)
Eine elsässische Zeitgenossin Griegs, die ihm locker das Wasser reicht
(Volker Hagedorn)

Fritz Wunderlich: Complete Studio Recordings (DGG, 32 CDs)
Von Bach bis Robert Stolz: Er ist und bleibt der italienischste der deutschen Tenöre. Dieser Schmelz!
(Christine Lemke-Matwey)

Richard H. Kirk: #7489 Collected Works 1974 - 1989 (Mute, 8 CDs)
Diese Ein-Mann-Audiothek zur Geschichte der elektronischen Tanzmusik bereichert Kenner wie Neuinteressierte
(Pinky Rose)

John Coltrane: The Atlantic Years in Mono (Rhino)
Sechs CDs oder Schallplatten aus der mittleren Phase des Saxofonisten, Jazz von damals für heute
(Ulrich Stock)

Falscher Ort Falsche Zeit (Tapete)
Versammelt sind zu Unrecht vergessene BRD-Bands von 80 bis 93. Aha: Ein anderer Deutschpop wäre möglich gewesen! Einer mit Soul
(Lars Weisbrod)

Big Star: Complete Third (Omnivore Recordings)
Die letzte, unerträglich traurige Platte von Big Star hat Alex Chilton nie ganz beenden können. Jetzt kann sich jeder aus allen Demos, Takes und Masterversionen seine eigene Version basteln.
(Fabian Wolff)

Musikbuch

Die Band Ja, Panik © Gabriele Summen

Musikbuch

Gareth Murphy: Cowboys and Indies (Edition Tiamat, 450 S., 24,– €)
Amüsante Geschichte der Musikindustrie. Danach erscheint die aktuelle Branchenkrise lachhaft
(Christoph Dallach)

Ja, Panik: Futur II (Verbrecher Verlag Berlin, 272 S., 16,– €)
Schwer romantisierende Selbstbespiegelung jener Band, die mit unserer Sprache zurzeit wohl am kreativsten umgeht
(Jan Freitag)

Viv Albertine: A Typical Girl (Suhrkamp, 478 S., 18,– €)
Kam zum 40. Punk-Geburtstag wie gerufen: eine alternative, angenehm würstchenlose Genre-Geschichtsschreibung von der Slits-Gitarristin
(Daniel Gerhardt)

Ulrich Drüner: Wagner (Blessing, 832 S. 34,99 €)
Der Meister als Produkt fortwährender Selbstinszenierung – dieses großartige Buch macht selbst Kenner klüger
(Wolfram Goertz)

Kazuo Ishiguro: Bei Anbruch der Nacht (Heyne Verlag, 240 S., 9,99 €)
Bewegende Storys über Musiker mit Moll-Schicksal, die noch einmal aufspielen für ihr Lebensglück
(Daniel Haas)

Michael Walter: Oper. Geschichte einer Institution (Metzler, 470 S., 49,95 €)
Von Gage bis Zensur wird das komplexe Biotop endlich mal real vermessen
(Volker Hagedorn)

Der junge Bruce Springsteena auf dem Cover seiner Autobiografie © Heyne

Albrecht Selge: Die trunkene Fahrt (Rowohlt Berlin, 288 S., 19,95 €)
Es gibt auch literarische Kammermusik: Vier Männer im engen Fiat Panda rauchen viel und reden noch viel mehr. Schwadronieren als Kunst, ein Roman als Fuge. Während des Lesens bitte Bach hören.
(David Hugendick)

Beatrix Borchardt: Pauline Viardot-Garcia (Böhlau, 439 S., 34,99 €)
Dieses fabelhafte Frauenleben im 19. Jahrhundert zeigt, wie nötig wir die Emanzipation haben
(Christine Lemke-Matwey)

Kate Tempest: Worauf du dich verlassen kannst (Rowohlt, 400 S. 14,99 €)
Auch im Romandebüt der Rapperin siegt ihre Sprachmusik über soziales Elend und urbane Tristesse
(Pinky Rose)

Wolf Kampmann: Jazz. Eine Geschichte von 1900 bis übermorgen (Reclam, 392 S., 35,– €)
Oldtime und Zukunftsmusik – und das ganze Dazwischen
(Ulrich Stock)

Bruce Springsteen: Born to Run. Die Autobiografie (Heyne, 672 S., 27,99 €)
Seine Geschichte ist die der weißen US-Arbeiterklasse. Eine Pop-Biografie, relevant wie nie
(Lars Weisbrod)

Jack Hamilton: Just Around Midnight (Harvard University Press, 352 S., 27,– €)
Fernab von Klischees oder einfachen Verurteilungen zeigt der Pophistoriker Hamilton die komplexe Interaktion von Kultur, Kommerz, Projektion und Rassismus auf, durch die sich die Musikgeschichte segregiert hat.
(Fabian Wolff)